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Gastspiel in der HockeyprovinzDarum stürmt Pius Suter im Farmteam der ZSC Lions

Der Schweizer Topskorer überbrückt die Wartezeit bis zum NHL-Start bei den GCK Lions. ZSC-Sportchef Sven Leuenberger erklärt wieso.

Pius Suter will für die GCK Lions Tore schiessen.
Pius Suter will für die GCK Lions Tore schiessen.
Foto: Walter Bieri/Keystone

Die GC-Eishockeysektion hatte vor der Zeit der Fusion mit dem ZSC einige hochklassige Ausländer: die finnischen Weltmeister Hannu Virta und Mika Nieminen oder während des NHL-Lockouts Phil Housley. Nun bekommen auch die GCK Lions prominente Verstärkung, zumindest temporär: Pius Suter, vergangene Saison bei den ZSC Lions mit 30 Toren und 53 Punkten Liga-Topskorer. Der 24-Jährige überbrückt die Zeit, bis er sein NHL-Engagement in Chicago antritt, im Farmteam. Aber wieso nicht bei den ZSC Lions?

Sportchef Sven Leuenberger erklärt: In den letzten Wochen hätten immer wieder Schweizer NHL-Cracks beim ZSC trainiert wie etwa der Verteidiger Mirco Müller. Auch Jonas Siegenthaler oder Denis Malgin bekunden Interesse. Und da stelle sich bald einmal die Frage, ob die versierten Gäste die Saison bei den Zürchern beginnen könnten. «Doch wir haben entschieden, dass wir nur Spieler im Team wollen, die die ganze Saison bei uns bleiben», sagt Leuenberger. «Alles andere wäre schwierig fürs Teamgefüge. Dann müssten Spieler, auf die wir später zählen, Anfang Saison zuschauen. Das wollen wir nicht.»

Die Krux mit den Ausländer-Lizenzen

Dies betrifft nun also auch Suter, obschon dieser die vergangenen Jahre eine wichtige Figur beim ZSC war. Beim Stürmer kommt noch eine andere Komponente dazu: Würden ihn die ZSC Lions einsetzen, könnten sie zu dieser Zeit nicht Gebrauch machen vom Recht, einen fünften Ausländer spielen zu lassen. Dieses haben sie gemäss einer neuen Regelung ja erhalten, weil Suter trotz eines laufenden Vertrags in die NHL abwandert. Und falls man einen fünften Ausländer brauche, dann voraussichtlich nicht im Sturm, wie Leuenberger erklärt. Sondern in der Verteidigung oder im Tor, falls es dort gewichtige Verletzungen geben würde.

In der Abwehr zeichnet sich ja ab, dass Severin Blindenbacher nach seinen zahlreichen Gehirnerschütterungen nicht mehr zurückkehren wird. Dafür einigten sich die Zürcher mit Tim Berni, dass dieser die Saison beim ZSC bestreitet, falls er sich in Columbus nicht im Team etablieren kann. «Das ist ein anderer Fall als bei Suter», erläutert Leuenberger. «Berni wird voraussichtlich Mitte November ins Camp von Columbus einrücken. Wenn er es da nicht ins NHL-Team schafft, würde er nicht in der AHL spielen, sondern zu uns zurückkehren.» Und die Konkurrenz in der Abwehr der Blue Jackets ist beträchtlich.

Bei zahlreichen Ausfällen im Sturm würde es zur Option, dass Pius Suter vom Farmteam zu den ZSC Lions geholt wird. «Sicher, bevor wir einen zusätzlichen ausländischen Stürmer verpflichten», so Leuenberger. Wenn der Walliseller die Zürcher verlässt, könnten diese dann auch (wieder) fünf Ausländer einsetzen. Diese Option erlischt nicht. Einstweilen soll Suter bei den GCK Lions den verletzten Finnen Teemu Rautiainen ersetzen. Man darf gespannt sein, wie fleissig der Topskorer der National League in der zweithöchsten Liga punktet. Sind drei Punkte pro Spiel möglich? «Ich hoffe es doch!», sagt Leuenberger schmunzelnd.