Zum Hauptinhalt springen

Schweizer BuchpreisDas Finale

Am 8. November wird in Basel zum 13. Mal der Schweizer Buchpreis vergeben. Fünf Titel sind nominiert. Wer wird, wer sollte gewinnen?

Favoritin für den Schweizer Buchpreis 2020: Dorothee Elmiger.
Favoritin für den Schweizer Buchpreis 2020: Dorothee Elmiger.
Keystone

Der Schweizer Buchpreis wurde 2008 gegründet. Er ist mit 30’000 Franken für den Siegertitel dotiert und gilt zu Recht als bedeutendste Auszeichnung für Schweizer Literatur – allerdings beschränkt auf die Deutschschweiz, aber nicht auf Schweizer Nationalität. Von Rolf Lapperts «Nach Hause schwimmen» (2008) bis zu Sibylle Bergs «GRM Brainfuck» (2019) können sich die prämierten Bücher sehen lassen, Fehlgriffe der Jury waren selten. Wer macht diesmal das Rennen? Ein Überblick in alphabetischer Reihung.

Die Textbausteinmeisterin: Dorothee Elmiger

«Aus der Zuckerfabrik», der dritte Roman der 35-jährigen Autorin, stand auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, was bisher erst Rolf Lappert und Melinda Nadj Abonji gelungen ist. Es ist der literarisch avancierteste Text der Finalrunde. «Ich sehe überall Zeichen und Zusammenhänge», schreibt die Erzählerin, und diese Zusammenhänge müssen die Leser erst sehen und deuten lernen: Es lohnt sich. Die Lektüre geht kreuz und quer durch die grosse und die kleine Geschichte, Philosophie, Kolonialismus, Sklavenhaltung und Zuckerhandel, Schreiblust und Schreibzweifel. Immer wieder landet man bei der Versteigerung zweier schwarzer Frauenfiguren mit nackten Brüsten im Jahre 1986. Sie gehörten Werner Bruni, einem Arbeiter, der Lottomillionär wurde, alles verlor und sein Glück beim Sanieren eines Hauses in Haiti fand. Dorothee Elmiger arbeitet mit Textbausteinen, die sich auf subtile Weise und auf einer höheren Ebene zusammenfügen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.