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National LeagueDas grosse Ausrufezeichen der ZSC Lions

Die Zürcher liegen in Zug drei Mal mit vier Toren zurück. Und gewinnen 7:6 nach Verlängerung.

ZSC-Topskorer Denis Hollenstein trifft bei der Aufholjagd gegen Zug.
ZSC-Topskorer Denis Hollenstein trifft bei der Aufholjagd gegen Zug.
Foto: Alexandra Wey (Keystone)

Hätte es Zuschauer gehabt in der Bossard-Arena, sie hätten in den Schlusssekunden wohl kollektives Nägelkauen betrieben. 6:5 führen die Zuger wenige Sekunden vor Spielende, da kassieren Nick Shore und Claudio Cadonau in der gleichen Aktion zwei Strafen, 17 Sekunden fehlen bis zur Sirene. Mit sechs Feldspielern gegen drei stochert Ryan Lasch den Puck über die Linie, 7,6 Sekunden vor Matchende. Nach minutenlangem Videostudium wird das Tor korrekterweise gegeben - 6:6. Verlängerung.

Die Zürcher können die Verlängerung immer noch in einfacher Überzahl beginnen, bleiben aber zuerst erfolglos. Bis eine Minute vor Schluss und zum Tor des Ex-Zugers Roe. Den Assist gibt sein ehemaliger Collegeteam-Kollege Lasch, und so können die Lions den ersten Sieg im vierten Saisonduell feiern.

Die Zuschauer wären schon zwischen der 28. und 38. Minute kaum aus dem Jubeln und Hadern herausgekommen. Sechs Tore fallen in dieser Zeit, die beiden Teams bieten bestes Offensivspektakel, die beidseitige Abwehrarbeit wird aber der Affiche «Spitzenkampf» nicht ansatzweise gerecht. Das Positive aus ZSC-Sicht: Sie erzielen zwei Drittel der Tore in dieser Zeit, dreimal trifft Topskorer Denis Hollenstein, einmal sein Center Sven Andrighetto.

Das Negative: Der Zwischenspurt führt nur zu einer Reduktion des Defizits, Zug führt nach zwei Dritteln immer noch mit 6:4. Die Zentralschweizer müssen einerseits froh sein, haben die Gäste doch kurz vor Drittelsende in Überzahl Chancen zum Anschlusstor. Andererseits kann Trainer Dan Tangnes nicht zufrieden sein – sein Team hatte dreimal schon mit vier Toren Unterschied geführt, ein souveränes Spitzenteam kann einen solchen Vorsprung verwalten. Grund zum Ärger hat auch sein Gegenüber Rikard Grönborg: Zug brauchte nur 16 Schüsse für die sechs Tore.

Laschs schlimmstmögliche Rückkehr

Dass es ein Abend der aufgeregteren Sorte werden könnte, deutet sich schon früh an. Mitbetroffen der neue ZSC-Amerikaner Ryan Lasch. In Zug hatte er 2017 in seinem bislang letzten Spiel auf Schweizer Eis im Dress des SC Bern im meisterschaftsentscheidenden sechsten Playoff-Finalspiel ein Tor und ein Assist beigesteuert, nun erlebt er die schlimmstmögliche Rückkehr. 23 Sekunden sind erst gespielt, als Yannick Zehnder die Zuger mit einem «Buebetrickli» in Führung schiesst – auf Zürcher Seite steht die Ausländer-Linie mit Lasch, Garrett Roe und Marcus Krüger auf dem Eis.

Es ist der Auftakt in eine total verunglückte Startphase der Gäste. Nach 186 Sekunden doppelt Dario Simion nach, und weil ZSC-Goalie Lukas Flüeler dabei unglücklich aussieht, ist sein Arbeitsabend nach dieser Aktion bereits beendet. Ersatz Ludovic Waeber hält den Kasten sechs Minuten rein, dann trifft Simion zum 3:0.

Die weiteren Spiele

Erstmals seit dem 5. Januar und der dritten Quarantäne stand der SC Bern wieder auf dem Eis und verlor auswärts gegen Lugano 0:2. Alessio Bertaggia und Dario Bürgler brachten die Tessiner früh in Führung. Die Berner, bei denen die ausländischen Stürmer Dustin, Brithén und Olofsson in einer Linie vereint waren, brachten offensiv nichts Zählbares zustande.

Alle anderen Spiele gingen in die Verlängerung, respektive ins Penaltyschiessen. Enzo Corvi schoss den HC Davos in Langnau dank seinem Siegtor in 63. Minute zum sechsten Sieg in Folge (4:3 n.V.). Biel setzte sich bei den Lakers im Penaltyschiessen durch (3:2). Auch Lausanne musste ins Shootout und gewann dort gegen Ambri 2:1. (rom)