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Die Analyse zur SCB-KriseDas Hauptproblem ist nicht der Trainer

Der SC Bern lebt intern nicht vor, was in der Pandemie gefragt ist: Solidarität.

Trainer Don Nachbaur und der SCB: Diese Zusammenarbeit stand unter keinem guten Stern.
Trainer Don Nachbaur und der SCB: Diese Zusammenarbeit stand unter keinem guten Stern.
Foto: Urs Lindt (Freshfocus)

Als der erste Schnee kam, war Don Nachbaur weg. Der 61 Jahre alte Trainer deponierte beim SC Bern die Kündigung. Aber sein Abgang war bereits vorher beschlossene Sache und kommt einer Entlassung gleich.

Die offizielle Lesart lautet: «Don Nachbaur hat dem SCB mitgeteilt, dass er sein Amt als Headcoach aus persönlichen Gründen per sofort niederlegt. Der SCB bedauert den Rücktritt seines Trainers sehr, hat aber grosses Verständnis für den Entscheid. Über die Gründe ist beidseitiges Stillschweigen vereinbart worden.»

Mit dieser Formulierung wahren die Beteiligten ihr Gesicht. Der Trainer darf persönliche Gründe geltend machen. Der Geschäftsführer Marc Lüthi wird nicht mit dem Vorwurf konfrontiert, der SCB «verbrenne» mit einer Trainerentlassung Geld, welches er in Corona-Zeiten nicht habe. Und für Sportchefin Florence Schelling liest sich ein freiwilliger Abgang «ihres» Trainers ebenfalls günstig. Selbst wenn nun einige Protagonisten erwähnen, Nachbaur sei nicht Schellings 1a-Lösung gewesen: In der Öffentlichkeit durfte sie diesen Coach im Frühling als ihre Wahl präsentieren und verkaufen, weshalb sie auch jetzt in der Verantwortung steht.

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