Zum Hauptinhalt springen

Epidemiologin Hodcroft im Interview«Es ist gut möglich, dass das mutierte Coronavirus schon hier ist»

Die Zahl der Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, ist in England derzeit sehr hoch. Eine Informationstafel in London rät zur Vorsicht. Die englische Regierung spricht davon, dass das neue Coronavirus gar noch um 70 Prozent ansteckender ist als das bisherige.

Nun ist das geschehen, was wir am meisten befürchteten: Das Virus ist deutlich mutiert und wird möglicherweise noch schwerer zu bekämpfen sein. Nützen die heutigen Impfungen noch?

Das ist die grosse Frage. Wichtig ist zu wissen: Das Virus mutierte in der Vergangenheit immer, und die meisten Veränderungen waren minim. Nur weil es mutiert, muss man sich keine Sorgen machen. Was bei dieser Mutation aber anders ist: Wir beobachten, dass es sich selber schneller verändert als andere Viren, und das beunruhigt uns.

Was ist das Beunruhigende daran?

Viren verfügen über ein sogenanntes Spike-Protein, ein Spitzenprotein. Der Impfstoff befähigt unser Immunsystem, dieses Protein zu erkennen; deshalb wirkt der Impfstoff nur, wenn das Immunsystem auch das Spike-Protein des mutierten Virus erkennen kann. Die Forschung ist in einem frühen Stadium, aber die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies auch beim mutierten Virus möglich und die Impfung wirksam sein wird. Das sind good news. Wenn sich das Virus aber oft selber verändert, wird das Immunsystem das Spitzenprotein vielleicht einmal nicht mehr erkennen können, und das bereitet uns grosse Sorgen: Wenn dieser Fall eintreten sollte, wird das Virus schwerer zu bekämpfen sein.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.