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Inspiration fürs HeimkinoDas sind die aktuellen Streaming-Tipps

Jetzt im Internet: Zwei Familiendramen und eine filmische Bestandesaufnahme zur Corona-Krise in der Schweiz.

Ein Familientreffen in Argentinien läuft aus dem Ruder: Szene aus «Los sonambulos».
Ein Familientreffen in Argentinien läuft aus dem Ruder: Szene aus «Los sonambulos».
Bild: zvg

Los sonambulos

Von Paula Hernández, Argentinien 2019; 107 min.

Vater, Mutter und Tochter fahren zu lauter Musik aufs Land, es herrscht bestes Wetter. Das verheisst schon mal nichts Gutes, schliesslich beginnt so auch «Funny Games» von Michael Haneke. Die Argentinierin Paula Hernández («Lluvia») zielt zwar nicht auf eine Studie der Gewalt, aber sie kennt die feineren Brutalitäten, die beim Grossfamilientreffen auf dem Landhaus zum Vorschein kommen. Die Themen – elterliche Verantwortung, Pubertät, Beziehungskrisen – werden manchmal etwas gar durchdekliniert, aber dafür sind die Darsteller ungemein präzis in diesem ohnehin sehr genauen Drama einer Eskalation. (blu)

Auf Filmingo. Ab 8 Franken

Collection Lockdown

Als der Lockdown kam, schrieben drei Produzenten aus der Romandie, der Deutschschweiz und dem Tessin einen Wettbewerb aus: Sie suchten Kurzfilmideen zur aktuellen Situation. Aus den Einsendungen wurden 33 Vorschläge ausgesucht und mithilfe des Schweizer Fernsehens realisiert. Herausgekommen ist zum Beispiel so was wie «Dass niemand weiss»: Da schleichen sich Senioren durch Zürich – verkleidet als Müllsäcke, Biocontainer oder Kartonhaufen. Lustig ist das. Poetisch dagegen ist «Oasis», wo die Schrecken auf den Nachrichtenkanälen dem Treiben in einem Stadtgarten gegenübergestellt werden, wo Käfer, Spinnen oder Raupen unverändert ihrem Alltag nachgehen. (ggs)

Collection Lockdown

Al-Shafaq

Von Esen Isik, CH 2019; 98 min.

Eine türkische Familie lebt schon länger in Zürich. Als der Vater (Kida Khodr Ramadan) den ihm entgleitenden Sohn dazu anregt, sich mehr mit dem Islam zu befassen, verliert er ihn erst recht: Der Junge reist in den Nahen Osten. Die Suche nach dem verschwundenen Kind führt den Vater in das türkisch-syrische Grenzgebiet, wo er mit den Konsequenzen der Handlungen seines Sohnes konfrontiert wird: Er lernt ein Flüchtlingskind kennen. Esen Isik hat sich sehr ausführlich mit der Thematik der jugendlichen Terroristen auseinandergesetzt und erzählt davon aus unterschiedlichen Perspektiven. Das ist bereichernd, aber in seiner Fülle auch etwas verwirrend. (msw)

Outside the Box. 10 Franken.