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Streaming-Tipps im AugustDas sind die Serien des Monats

Neue Serien für den neuen Monat: «Stateless» beleuchtet den Alltag in Australiens Einwanderungscamps und «Normal People» wagt sich an eine Bestseller-Adaption.

Daisy Edgar-Jones als Marianne in «Normal People», die Buch-Adaption ist auf Starzplay zu sehen.
Daisy Edgar-Jones als Marianne in «Normal People», die Buch-Adaption ist auf Starzplay zu sehen.
Foto: Element Pictures

«Stateless»

Sofie Werner (Yvonne Strahovski) hat eine Familie und ein Leben in Australien, aber sie will weg von allem.
Sofie Werner (Yvonne Strahovski) hat eine Familie und ein Leben in Australien, aber sie will weg von allem.
Foto: Netflix

Was passiert: Die australische Flugbegleiterin Sofie (Yvonne Strahovski) sagt sich von ihrer einengenden Familie los, landet in den Armen einer Kultgemeinschaft und schliesslich unter falscher Identität als Staatenlose in einem australischen Einwanderungscamp. Das bedarf einiger merkwürdiger Wendungen, beruht aber auf wahren Begebenheiten. Im Camp in der australischen Wüste trifft sie auf einen afghanischen Familienvater, der auf der Flucht Frau und Töchter verloren hat, auf einen jungen Wächter, den seine Aufgaben im Lager hart machen, auf eine Leiterin, die das Camp aus den Negativschlagzeilen halten soll.

Heimlicher Star: Cate Blanchett, die «Stateless» auch produziert, in der Nebenrolle der teuflischen Tanzlehrerin Pat. Sie und ihr ausbeuterischer Gatte drängen Sofie erst in die verzweifelte Flucht vor sich selbst.

Nicht geeignet für: Alle, die sich nicht auch noch mit den Problemen ferner Länder beschäftigen wollen. «Stateless» handelt von der Unmenschlichkeit in australischen Einwanderungslagern, die Parallelen zu hiesigen Problemen sind trotzdem unübersehbar.

Zu sehen bei Netflix, sechs Folgen.

«How to Sell Drugs Online (Fast)», zweite Staffel

Gangster trifft Teenager: Szene aus «How to Sell Drugs Online (Fast)».
Gangster trifft Teenager: Szene aus «How to Sell Drugs Online (Fast)».
Foto: Netflix

Was passiert: Von seinem Kinderzimmer aus leitet der 17-jährige Computer-Nerd Moritz (Maximilian Mundt) den Online-Drogenhandel «MyDrugs». Als das gemeinsame Firmenkonto eine Million Euro schwer ist, wollen sich seine Geschäftspartner und Freunde Lenny (Danilo Kamperidis) und Dave (Damian Hardung) zur Ruhe setzen, doch ist Moritz viel zu stolz auf sein, zugegebenermassen erfolgreiches, jedoch illegales Start-up. Um die Firma zu retten, verstrickt er sich in Lügen, bringt sich und seine Freunde in Gefahr und hinterlässt eine Spur der Verwüstung in seinem Privatleben.

Heimlicher Star: Maarten (Ruben Brinkmann). Der Handlanger von Max' holländischen Drogenherstellern ist der wahrscheinlich gefährlichste Typ der Serie. In echter Gangstermanier fährt er eine Protzkarre, und 2020 ist das eben ein Tesla – auch wenn das bedeutet, 70 auf der Autobahn zu fahren, weil sonst der Akku nicht reicht.

Nicht geeignet für: Eltern pubertierender Kinder, die schon im echten Leben genug von diversen Teenie-Dramen haben.

Zu sehen bei Netflix, sechs Folgen.

«Normal People»

«Normal People» spielt in Irland, neben Daisy Edgar-Jones ist Paul Mescal in einer Hauptrolle zu sehen.
«Normal People» spielt in Irland, neben Daisy Edgar-Jones ist Paul Mescal in einer Hauptrolle zu sehen.
Foto: Element Pictures

Was passiert: Der Guardian erhob das Buch «Normal People» von Sally Rooney zum «zukünftigen Klassiker», was angesichts seiner wenig spektakulären Handlung beeindruckend ist: Ein Junge, Connell (gespielt von Paul Mescal) und ein Mädchen, Marianne (gespielt von einer sich sehr oft auf die Lippe beissenden Daisy Edgar-Jones), lernen sich in der Oberstufe kennen, verlieben sich, werden erwachsen, gehen auseinander. Sind Menschen, kommen wieder zusammen und lieben sich hoffentlich noch ganz lange. Im Buch klappt das dank der Erzählstimme der Autorin sehr gut, in der Serie eher mässig.

Heimlicher Star: Wilde, irische Wiesen in den ersten Folgen, später die ehrwürdige Kulisse des Trinity College in Dublin. Das tut dem Fernweh im Corona-Sommer gut.

Nicht geeignet für: Fans von Spannung und Plottwists – oder von einem Plot generell, denn die Serie lebt von einer Aneinanderreihung hübscher Bilder.

Zu sehen bei Starzplay über UPC, zwölf Folgen.

«Sløborn»

Evelin (Emily Kusche) und ihr Vater (Wotan Wilke Möhring) in «Sløborn»
Evelin (Emily Kusche) und ihr Vater (Wotan Wilke Möhring) in «Sløborn»
Foto: Krzysztof Wiktor/dpa

Was passiert: Auf der fiktiven Insel Sløborn strandet ein Boot, dessen Besatzung elend an der ebenfalls fiktiven «Taubengrippe» gestorben ist. Das fast immer tödliche Virus verbreitet sich in kurzer Zeit auf der Insel. Als die Behörden versuchen, den Ausbruch zu stoppen, ist es längst zu spät. Nur das Mädchen Evelin Kern (Emily Kusche), die in verbotener Liebe mit ihrem Lehrer verbunden und von ihm schwanger ist, scheint die Krankheit gut überwunden zu haben – eine Hoffnung für die Forschung. Oder ist das Evelins Ende.

Heimlicher Star: Gleich zwei! Laura Tonke als brave Inselbuchhändlerin und Alexander Scheer als koksender Schriftsteller auf Lesereise. Sie hassen sich herrlich, und sie sperrt ihn nur zu seinem Besten in ihrer Dachstube ein.

Nicht geeignet für: Menschen, die Virus-Horror grad nicht lustig finden (obwohl die Serie vor Corona entstand). Und wer Wotan Wilke Möhring als fertigen Agenten in West of Liberty gesehen hat, findet ihn hier als Evelins Vater viel zu eigenheimgezähmt.

Zu sehen in der ZDF-Mediathek, acht Folgen.