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Inspiration für das HeimkinoDas sind unsere Streaming-Tipps der Woche

Drei Geschwister leiden am Leben, Eltern verzweifeln an ihren Kindern, und ein Festival geht ins Internet.

«All My Loving»: Pilot Stefan (Lars Eidinger)  kümmert sich nur halbherzig um seine Tochter (Mathilde Berger).
«All My Loving»: Pilot Stefan (Lars Eidinger) kümmert sich nur halbherzig um seine Tochter (Mathilde Berger).

All My Loving

Episodenfilm von Edward Berger, D 2019; 116 min.

«Können wir uns einmal treffen, ohne uns zu streiten?» Die Geschwister Tobias, Stefan und Julia sind im mittleren Alter und führen unterschiedliche Leben. Aber sie leiden alle an ihrem jeweils eigenen Drama. Stefan (Lars Eidinger) zum Beispiel ist geschieden und seiner Teenagertochter (Mathilde Berger) ein mässiger Vater. Er hatte einen Hörsturz, weswegen er seinen Beruf als Linienpilot aufgeben muss – trotzdem wirft er sich regelmässig in Uniform, um an der Bar Frauen aufzureissen. Die Probleme der anderen Geschwister sind weniger originell, aber alle drei Episoden sind angenehm nüchtern erzählt und sehr gut gespielt. (ggs)

Myfilm
10 Franken

Visions du Réel

Das Paléo-Festival ist abgesagt, aber Nyon hat noch mehr zu bieten als Musik! Das Visions du Réel schiebt die diesjährige Ausgabe ins Netz, fast sämtliche Dokfilme aus dem Wettbewerb sind online zu sehen, und zwar gratis. Pro Tag wird zudem ein Beitrag aus dem Schweizer Wettbewerb aufgeschaltet. An diesem Freitag ist es «Under Blue Skies» von Ivo Zen, der eine wenig bekannte Tragödie dokumentiert: die Heroinsucht im Oberengadin in den 80er-Jahren. Eine Geschichte von der Sehnsucht nach Ausbruch inmitten des Postkarten- Bergpanoramas. (blu)

Das Visions du Réel läuft bis am Samstag, 2.5. «Under Blue Sky» gratis am Freitag, 24.4.

Wir Eltern

Dokufiktion von Eric Bergkraut und Ruth Schweikert, CH 2019; 96 min.

Eine Überbauung in Zürich. Zwei Teenagerjungs schwänzen die Schule und lassen in der Wohnung überall Dreckkrusten zurück. Die überforderten Eltern fluchen, flüchten sich in therapeutische Gespräche. Als auch das nichts hilft, entscheiden sie sich, ihre Söhne sich selbst zu überlassen. Wie soll man das nennen, ein satirisches Selbstporträt einer Wohlstandsgesellschaft, die ihren Kindern zu viel erlaubt? Dokumentarfilmregisseur Eric Bergkraut und Schriftstellerin Ruth Schweikert spitzen den eigenen Familienalltag zu, Vater und Teenager spielen ihre Rollen selber. Aus Realitätsmaterial wird Familienkomödie mit hohem Wahrheits- und Unterhaltungswertbei aller Verschärfung von Erziehungsproblemen kommt diese schnell abgedrehte Dokufiktion nämlich ganz locker daher. (blu)

Riffraff, Arthouse
Ab 10 Franken