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ZoomDas weisse Gold der Toscana

Kostas Maros fotografiert die Marmorsteinbrüche bei Carrara in den apuanischen Alpen.

Foto: Kostas Maros

Der Marmor für Michelangelos weltberühmte Statue des «David», die im Jahr 1504 fertig gestellt wurde und heute in der Galeria dell’Accademia in Florenz bestaunt werden kann, stammt aus diesem Steinbruch bei Carrara im Norden der Toscana am Ligurischen Meer. Die Anfänge des Steinbruchs sind aber viel älter. Schon die Römer haben hier, in den apuanischen Alpen, Marmor geschlagen.

Foto: Kostas Maros
Foto: Kostas Maros

Während Jahrhunderten war das ein äusserst mühseliges und kräfteraubendes Geschäft, bis man mit der Erfindung der Dampfmaschine, des Dynamits und mit dem Einsatz von grossen, mit Diesel betriebenen Baggern und Lastern den Carrara-Marmor in industriellem Massstab abbauen konnte.

Foto: Kostas Maros
Foto: Kostas Maros

Heute werden pro Jahr rund fünf Millionen Tonnen des kostbaren Natursteins gewonnen. Der grösste Teil davon geht in den Hausbau, wo Marmor als Boden- und Treppenbelag und als Fliesen in Bädern dient. Naturschützer kritisieren seit Jahren den Raubbau an der Natur bei Carrara. Sie warnen, dass der Steinbruch in fünfzig Jahren geschlossen werden müsse, wenn die Ausbeutung im selben Stil weitergehe.

Foto: Kostas Maros
Foto: Kostas Maros

Der Marmor trägt je nach Steinbruch, Tradition, Güte und Konvention rund fünfzig verschiedene Handelsnamen. Zum Beispiel Carrara-Marmor C, Ordinario, Venato und Calacatta. Die berühmteste Sorte ist der Statuario, der von einer beinahe reinen weissen Qualität ist. Er stand auch Michelangelo zur Verfügung.

Foto: Kostas Maros
Foto: Kostas Maros

Der vielfach ausgezeichnete Basler Fotograf Kostas Maros zeigt die tiefen Wunden, die der Steinbruch in den Bergen rund um die Industriestadt Carrara hinterlassen hat. Täler sind zerklüftet. Höhenzüge zerschnitten. An den Bergflanken winden sich schmale Wege empor. Sie führen zu den Steinbrüchen, auf denen das weisse Gestein portioniert ist und in Form von tonnenschweren Würfeln und Quadern auf seinen Abtransport wartet.

Foto: Kostas Maros