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Pläne mit den GrasshoppersDavid Degen wollte bei GC einsteigen

Der Minderheitsaktionär des FC Basel dementiert, dass er sich mit seiner Spieleragentur bei den Grasshoppers einkaufen wollte. Ein Dokument erwischt ihn nun auf dem falschen Fuss.

Hat sich mit dem GC-Dementi keinen Gefallen getan: David Degen.
Hat sich mit dem GC-Dementi keinen Gefallen getan: David Degen.
Foto: Instagram

Die Worte, die David Degen wählt, sind deutlich. «So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört», schreibt er in einem Post, der auf Social Media die Runde machte. Und um das Ganze ins Lächerliche zu ziehen, stehen hinter diesem Satz zwei Emojis: ein Tränen lachender Smiley und ein Affe, der sich die Augen zuhält.

Die Schrift und die Emojis sind über ein Bild eines Artikels aus der «bz Basel» vom Samstag gelegt, in dem es darum geht, dass der frühere Fussballprofi vor seinem Einstieg beim FC Basel Anteile von GC kaufen wollte. «Der Degen-Plan bestand demnach darin, aus GC eine Spielerplattform für Klienten ihrer Agentur zu machen», heisst es darin. Ähnlich also, wie das aktuell der mächtige Berater Jorge Mendes tut, der seine Spieler reihenweise bei den Grasshoppers parkiert.

Blödsinn – oder doch nicht? Immerhin für David Degen ist der Fall klar.
Blödsinn – oder doch nicht? Immerhin für David Degen ist der Fall klar.
Foto: bz Basel

Degen schickt auch noch seinen Anwalt vor, der in der besagten Zeitung sagt: «Es ist meinem Mandanten ein grosses Anliegen klarzustellen, dass er nie die Absicht hegte, sich in irgendeiner Art und Weise an GC zu beteiligen.» Sache erledigt? Mitnichten.

Am Dienstag hat die «bz Basel» ein Dokument veröffentlicht, das Degen auf dem falschen Fuss erwischt. Aus dem Schreiben an GC vom 2. April 2019 geht hervor, dass sich die von David Degen und seinem Zwillingsbruder Philipp geführte Spieleragentur SBE Management beim Rekordmeister einkaufen wollte. Unterschrieben hat den Brief: David Degen. Die damalige GC-Führung wollte dessen Dementi nicht so im Raum stehen lassen und spielte der Zeitung das Dokument zu.

Der Brief der SBE-Gruppe an GC vom 2. April 2019, unterschrieben von: David Degen.
Der Brief der SBE-Gruppe an GC vom 2. April 2019, unterschrieben von: David Degen.
Foto: BZ Basel

Degens Anwalt legt inzwischen Wert auf die Feststellung, dass die Gespräche über ein Engagement beim FC Basel erst einen Monat später geführt wurden. Ausserdem sei GC eine Initiative der SBE gewesen, wo David Degen inzwischen keine Funktion mehr habe.

Es ist das nächste Kapitel in einer Reihe von Indiskretionen im Machtkampf um den FC Basel. So war bereits an die Öffentlichkeit gelangt, dass FCB-Präsident Bernhard Burgener Minderheitsaktionär Degen, der zehn Prozent an der FC Basel Holding AG hält, mit der Gründung der Briefkastenfirma Basel Dream & Vision AG aus dem Club zu drängen versucht und stattdessen ausländische Investoren ins Boot holen will.

Diese Nachricht schreckte viele der ohnehin schon Burgener-kritischen FCB-Anhänger auf, worauf Degen zu ihrem Hoffnungsträger wurde. Der 38-Jährige besitzt ein Vorkaufsrecht auf Burgeners 80-Prozent-Aktienpaket für den Fall, dass dieses an eine Drittpartei veräussert werden soll. Da die Dream & Vision bereits ein Kaufangebot für Burgeners Anteile unterbreitet hat – die Rede ist von 16 Millionen Franken –, muss Degen bis Ende Monat nachziehen und ein gleichwertiges Angebot abgeben.

David Degen ist also unter Zugzwang. Die neuesten Enthüllungen dürften seiner Glaubwürdigkeit nicht gerade zuträglich sein.

kai

11 Kommentare
    Marcel Stierli

    Und noch was werte Degens: es heisst nicht an GC sondern AM GC und es heisst nicht von GC sondern VOM GC. Zuviel verlangt?