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Den WM-Test bestanden

Die Reise geht für die Schweizer also weiter, so wie sie sich das vorgenommen haben. São Paulo heisst die nächste Destination, Achtelfinal am Dienstag gegen Messi, Pardon: gegen Argentinien.

Das Schlimmste haben sie gestern hinter sich gebracht. Ab jetzt könnten sie unbeschwert spielen, sagt ihr Trainer Ottmar Hitzfeld, der Druck liege beim Gegner. Wenn sie denn davon profitieren, hat keiner etwas dagegen. Die zehn bisherigen Tage an dieser WM sind ein zäher Kampf gewesen, ein Leiden und Hoffen, eine Nervenprobe bis zum letzten Augenblick. Lust auf mehr haben sie erst im dritten Anlauf gemacht. Ein schönes Spiel in der K.-o.-Runde würde dem Gesamteindruck von dieser Expedition gut anstehen.

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Die Schweizer haben gelernt, lernen müssen: Eine WM ist keine Qualifikation. Kaum prallten sie auf einen Gegner von Kaliber, Frankreich, brachen sie auseinander. Oder um Stephan Lichtsteiner zu zitieren: Sie sind auf die Welt gekommen. Sie leisteten sich in den ersten beiden Spielen zu viele Fehler, spielerische und taktische, um früh schon den Anspruch auf einen Platz im Achtelfinal zu rechtfertigen.

Dreieinhalb Jahre hatte Hitzfeld Zeit, dieses Team aufzubauen und nach seinen Vorstellungen zu formen, jugend¬licher zu machen, spielerischer. Die Zahlen sprachen für ihn, weil es in 30 Spielen bis zur WM nur 4 Niederlagen gab; aber die Auftritte tun es bloss unter Vorbehalt, weil sie kaum einmal wirklich Anlass zu Begeisterung boten, abgesehen von den Testspielen gegen Deutschland und Brasilien.

An der WM 2010 verpasste die Schweiz den angestrebten Achtelfinal, trotz des wundersamen Sieges gegen Spanien. An der EM 2012 war sie gar nicht erst dabei. Jetzt hat sie immerhin den Test bestanden und ihren Coach vor dem betrüblichen Abschied nach drei Partien bewahrt.

Ein Spiel also noch, vorerst einmal. Das ist schön für die Mannschaft, und doch wird ihr eine Veränderung gut tun. Der Start in zweieinhalb Monaten zur EM-Qualifikation bietet die Chance, Strukturen innerhalb der Gruppe aufzubrechen, die sich unter Hitzfeld eingeschliffen und festgefahren haben.

Vladimir Petkovic ist das Gesicht der Zukunft. Und sein Debüt ist gleich gegen England, ohne dass es die Möglichkeit gäbe, sich warmzulaufen. Was da sein wird, was er plant, ist spannend.

Spannend wie ein Achtelfinal gegen Messi.

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