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Tessiner in Korruptionsfall angeklagtDer Agent, der zu enge Freunde hatte

Alessandro Ariosi gilt als mächtigster Vermittler im italienischen Opernbetrieb – doch am Teatro Regio in Turin ist er zu weit gegangen. Seine Seilschaften werden ihm nun zum Verhängnis.

Der Tessiner Alessandro Ariosi meidet das Rampenlicht.
Der Tessiner Alessandro Ariosi meidet das Rampenlicht.
Foto: PD

Der Tessiner Alessandro Ariosi ist keiner, der die Öffentlichkeit suchen würde. Keine Interviews, wenige Spuren im Netz, kaum Fotos: Der Opernagent wirkt lieber hinter den Kulissen. Jetzt allerdings ist er trotzdem ins Rampenlicht geratenals Angeklagter in einem üblen Korruptionsfall.

Die Geschichte beginnt in Kasachstan, genauer im Opernhaus der kasachischen Hauptstadt Astana. In den Jahren 2013/14 wirkte dort der in Luzern geborene Italiener William Graziosi als Künstlerischer Direktor, und Ariosi vermittelte ihm Sängerinnen und Sänger.

Die Zusammenarbeit der beiden wurde noch enger, als Graziosi 2018 Intendant am ebenso traditionsreichen wie krisengeschüttelten Teatro Regio in Turin wurde. Als Retter des Hauses wurde er damals gefeiert, als einer, der mit alten Seilschaften aufräumen würde. Stattdessen installierte er eine neue – und zwar so konsequent, dass praktisch nur noch Sänger aus Ariosis Management in Turin auftraten. Selbst wer sich nicht offiziell von ihm vertreten liess, musste die Verträge offenbar über seine Agentur mit Sitz in Maroggia bei Lugano abwickeln.

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