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Der Bub aus den Bergen

Von Christian Schocher kennt man «Reisender Krieger». Doch auch dieser Zürichfilm ist prächtig.

Dieses Zürich hat sich der Bergler Lüzza irgendwie bunter und glanzvoller vorgestellt.
Dieses Zürich hat sich der Bergler Lüzza irgendwie bunter und glanzvoller vorgestellt.

Oben auf der Alp ist nichts los, aber die Stadt macht einen auch kaputt. Man kommt also wieder nirgendwohin, und über dieses schweizerische Gefühl dreht der Engadiner Regisseur Christian Schocher seine Filme. «Lüzzas Walkman» stammt von 1989, die Premiere von «Reisender Krieger» (1981) war da schon einige Jahre her. Und doch wirkt die Fluchtgeschichte vom Bergler Lüzza wie das farbig-verspielte Gegenstück zu der Odyssee des Kosmetikvertreters Krieger. Lüzza (Thomas Pfister), der junge Bauernsohn und Sesselliftputzer aus der Surselva, lässt das festgelegte Unglück hinter sich und fährt hinunter nach Zürich, wo die Hallodris vom Wurststand über seine Bergschuhe lachen und die Verrückten von der Strasse an ihm herumrupfen und herumlallen in der Logik des intensiven Spinnertums. Zwischen Bahnhofstrasse und Kaserne kreuzt er Dichter und andere Aussätzige, und auch wenn der junge Rockfan die Lichter der Stadt zum ersten Mal sieht, wirken die Menschen, die er trifft, noch verlorener. Sie hängen halt fest im Alltag der verbauten Möglichkeiten.

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