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Swiss LeagueDer EHC Kloten steigert sich vom 0:1 zum 8:3

Die Flughafenstädter haben das erste von drei wichtigen Spielen dieser Woche gegen Visp klar gewonnen.

Klotens Flügel Dominic Forget lässt den Visper Fabian Eggenberger stehen und bezwingt Goalie Rasmus Tirronen zum 3:1 – dem ersten von zwei Treffern Forgets in dieser Partie.
Klotens Flügel Dominic Forget lässt den Visper Fabian Eggenberger stehen und bezwingt Goalie Rasmus Tirronen zum 3:1 – dem ersten von zwei Treffern Forgets in dieser Partie.
Foto: Leo Wyden

Die Walliser wussten am Schluss nicht mehr, wie sich zu wehren. Mit so viel guten Dingen waren sie in den Match gestartet, nach 87 Sekunden 1:0 in Führung gegangen. Doch dann reichten die Kräfte einfach nicht mehr gegen dieses Kloten, das physisch deutlich überlegen war. Im letzten Abschnitt war nichts mehr zu sehen von der Walliser Gefährlichkeit. Und Rasmus Tirronen, ein Goalie überdurchschnittlicher Qualität für diese Liga, musste sich trotz einiger starker Paraden achtmal geschlagen geben.

Das erste Spiel der Saison gegen Visp hatte Kloten im November im Wallis 6:1 gewonnen. Damals war beim Gegner noch vieles anders. Mit der Ankunft des neuen Trainers Yves Sarault kam neue Energie, «und diese Energie spürten wir am Anfang auch», sagte Klotens Coach Per Hanberg. «Doch wir liessen uns durch diesen Rückstand nicht stressen, die Mannschaft hat sehr gut reagiert.»

Dreimal im Powerplay

Sie tat es mit einem Powerplay-Tor Ramon Knellwolfs zum 1:1 und der Führung durch Éric Faille, der sich endlich wieder einmal getraute, einen seiner gefährlichen Schüsse anzubringen. Er war platziert und hart und bedeutete das 2:1. Die Klotener Powerplays funktionierten relativ gut, drei Treffer gab es in Überzahl. Einen schoss Fabian Ganz, als je vier Feldspieler im Einsatz waren. Es war das 5:2 nach 31 Minuten.

«Es war bis dahin ein harter Kampf», befand Hanberg. Das sahen auch die Beobachter oben auf der Tribüne. Zum Beispiel Visps Sportchef Bruno Aegerter. Er und andere sahen auch, wie die Schiedsrichter vor allem im Mitteldrittel immer wieder ihre Arme hoben. Sie verteilten Strafen, als ob sie dafür belohnt würden. «Wir nahmen auch einige zu viele, aber... », meinte Hanberg. Er will sich nicht öffentlich gegen die Referees äussern. Was er aber sagen konnte, dass sein Team in den Unterzahl-Situationen nicht immer glücklich aussah. Es kassierte immerhin zwei Gegentreffer. «Beim ersten jagten wir die Scheibe zu sehr, beim zweiten gab es einen Positionsfehler eines Verteidigers», schilderte der Coach. Dafür durfte er sich über einen «grossen Team-Effort» freuen, einige seiner Spieler hätten Charakter gezeigt. Allen voran die Linie mit Faille, Forget und Knellwolf, die zwar das 0:1 wegen eines Stellungsfehlers kassierte, danach aber für die Korrektur sorgte. Wie das Trio nachher zuerst die Gegner kontrollierte und sie dann später immer mehr und mehr unter Druck setzte, war sehr gut anzuschauen.

Jetzt kommt’s auf die Defensive an

Mit acht erzielten Toren hat Kloten diese erste Aufgabe der letzten Januarwoche gut erledigt. Und jetzt folgen zwei grosse Partien: Am Freitag kommt der HC Ajoie nach Kloten, am Samstag reisen die Klotener nach Pruntrut zur Reprise. Das erste Saisonduell gewann Kloten 7:1, in Pruntrut verlor das Team 3:4, weil es in den letzten Minuten der Partie mit zwei Mann weniger auf dem Eis war.

Mit vereinten Kräften: Klotens Verteidiger Simon Seiler (Mitte) und David Stämpfli bremsen Visps Flügel Melvin Merola aus.
Mit vereinten Kräften: Klotens Verteidiger Simon Seiler (Mitte) und David Stämpfli bremsen Visps Flügel Melvin Merola aus.
Foto: Leo Wyden

Die Offensive stimmt, was die Mannschaft aber weiterhin noch nicht so gut löst: die Arbeit in der eigenen Zone. Zu viele Pucks gehen dort wieder verloren, bringen dem Gegner plötzlich wieder Energie. «Wir müssen da ein bisschen mehr in den Playoff-Modus kommen», fordert Hanberg. Das heisst: Die Scheibe schneller und einfacher aus dem eigenen Drittel bringen. Passiert das nicht, wird Ajoie gut genug sein, um das auszunützen. Die Defensive hat erste Priorität.