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2:0 gegen den FC BaselDer FCZ gewinnt à la Rizzo

Die Zürcher treten nicht spektakulär auf, aber mit ihrem soliden Defensivspiel legen sie die Basis zum Sieg gegen Basel.

Der erste Zürcher Torjubel im Klassiker gegen den FC Basel: Blaz Kramer und Salim Khelifi (M.) jubeln mit Torschütze Antonio Marchesano (r.).
Der erste Zürcher Torjubel im Klassiker gegen den FC Basel: Blaz Kramer und Salim Khelifi (M.) jubeln mit Torschütze Antonio Marchesano (r.).
Foto: Alexandra Wey (Keystone)

Yanick Brecher freut sich, keine Frage. Das ist trotz Maske zu sehen. Kurzärmlig steht er da, weil er immer kurzärmlig ins Tor steht, auch an einem solchen Sonntag mit tiefen Temperaturen. Die Botschaft, die der Goalie und Captain des FC Zürich zu verkünden hat und ihn so besonders freut, geht eigentlich ganz einfach: «Wichtig ist, dass wir gut verteidigen. Das Verteidigen ist das A und O. Und wir haben sehr gut verteidigt.»

2:0 gewinnt der FCZ gegen den FC Basel, es ist schöner Sieg, schon der dritte in der dritten Begegnung nach einem 1:0 im November und dem 4:1 jüngst im St.-Jakob-Park. Und es ist ein Sieg mit gewissem Prestige, aber davon ist auch schon mehr gewesen. Denn dieser FCB verrät an diesem Nachmittag alles andere als Grösse. Er tritt so einfallslos und lethargisch auf wie öfter schon unter Trainer Ciriaco Sforza.

Sein Spiel ist alles andere als geeignet, um die Zürcher in Bedrängnis zu bringen. Sie haben alles unter Kontrolle, weil es ihnen zum einen vom Gegner leicht gemacht wird und sie zum anderen 93 Minuten lang seriös bleiben. Sie sind zurückgekehrt zu ihren Wurzeln, was mit dem Trainerwechsel von Ludovic Magnin zu Massimo Rizzo verbunden ist: Verteidigen ist ihr oberstes Credo.

Nur zwei Fehler

Spektakulär ist das nicht, aber es ist die Antwort auf die letzten Niederlagen gegen YB und in Vaduz. Das 1:4 gegen YB war die Erinnerung daran, wie überlegen der Serienmeister ist, und das 2:3 die Drohkulisse, dass es für diesen FCZ selbst gegen den Tabellenletzten keine Marge gibt.

Der FCZ überlässt Basel bewusst das Spiel und macht sich selbst daran, das Verteidigen zu beherzigen. Das fällt auch leichter, wenn man nicht das Gefühl hat, stürmend zwar nicht gleich die Welt, aber zumindest den gegnerischen Strafraum erobern zu wollen. Wer nach dem Schlusspfiff mit Brecher spricht, der hört in fünf Minuten dieses eine Wort vielleicht neun-, vielleicht auch zehnmal. Es ist der Schlüssel zum Sieg.

Eigentlich leistet sich die Abwehr im Verbund mit Brecher nur zwei Fehler. Und die begeht der Goalie selbst, der sonst auch in dieser Saison ein wirklicher Rückhalt ist. Nach ein paar Sekunden spielt er den Ball in die Füsse von Zhegrova, es passiert wenigstens nichts weiter. Dann spielt er einen Pass so, dass Kasami ihn abfangen kann. Am Ende der Aktion steht das Tor von Zhegrova, es ist ein sehenswerter Schuss zum 1:1. Brechers Glück ist, dass Zhegrova im Abseits gestanden ist.

Ansonsten verbringt er einen ruhigen Nachmittag, auch wenn Basel während 61 Prozent der Zeit in Ballbesitz ist. Seine Vorderleute begehen keine Fehler, Becir Omeragic agiert souverän, wie ein Patron, Nathan gleicht seine spielerischen Defizite mit viel Körperlichkeit aus. Toni Domgjoni und Ousmane Doumbia sind das verlässlich harmonierende Duo vor der Abwehr. Keiner hat das Gefühl, den Dzemaili machen zu müssen und damit mehr, als dem Team guttut.

Ceesays Effort

Die Überraschung liefert Assan Ceesay auf dem linken Flügel. Hier wirkt sich weniger aus, dass er im Abschluss oft ungeschickt handelt, hier kann er seine Geschwindigkeit ausspielen. Seinen besten Moment hat er, als er Van der Werff nahe der Mittellinie den Ball abnimmt, Bunjaku davonläuft und Cömert zur falschen Entscheidung zwingt. Cömert foult ihn im Sechzehner, Antonio Marchesano verwertet den Elfmeter in der 26. Minute. Es ist sein achtes Saisontor.

Den Schlusspunkt setzt Kramer mit dem 2:0. Dass er wahrscheinlich aus Offside aufs Tor gelaufen ist, ist nicht mehr weiter entscheidend. Sekunden später ist der Match zu Ende.

Der FCZ ist nun wieder Dritter, nur drei Punkte hinter Basel. Und Brecher? Er gibt den Mahner und will nicht vom 2. Platz träumen. «Wir dürfen nie vergessen, woher wir kommen, wo wir in den letzten zwei Jahren waren», sagt er. Da waren sie jeweils Siebter. Darum rät Brecher auch zum Blick nach hinten. Und um ihn zu verstehen: YB hat mehr Vorsprung auf Basel als der FCZ auf den Tabellenletzten.

Hier finden Sie den Liveticker zum Nachlesen.

2 Kommentare
    Angi Treu

    Mit Krampf zum Sieg