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Der Kampf gegen das Artensterben

Um gegen das Artensterben vorzugehen, müsse man sofort handeln, sagte der Leiter der Uno-Konvention zur Biodiversität: Auch Elefanten sind vom Aussterben bedroht.
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Vertreter aus 200 Länder haben im japanischen Nagoya ihre Beratungen über Massnahmen gegen das massive Artensterben aufgenommen. «Die Zeit zu handeln ist jetzt und der Ort zu handeln ist hier», sagte der Leiter der UNO-Konvention zur Biodiversität (CBD), Ahmed Djoghlaf, am Montag zur Eröffnung der zwölftägigen UNO-Artenschutzkonferenz. Dabei sollte es um ein neues Schutz-Ziel bis 2020 und die sogenannte Biopiraterie gehen.

«Dieses Treffen ist Teil der Bemühungen der Welt, sich einer sehr einfachen Tatsache zu stellen: Wir zerstören das Leben auf der Erde», sagte der deutsche Leiter des UNO-Umweltprogramms (Unep), Achim Steiner, in Nagoya. Der Umweltminister von Gastgeber Japan, Ryu Matsumoto, sagte, überall in der Welt gebe es den Wunsch, «den kommenden Generationen eine schöne Erde mit einer reichhaltigen Artenvielfalt zu hinterlassen». Zu Konferenzbeginn übergab Deutschland nach zwei Jahren den Vorsitz der 193 Mitgliedsstaaten der Biodiversitäts-Konvention an Japan. Die Konvention war 1992 in Rio de Janeiro beschlossen worden.

Internationales Jahr der Artenvielfalt

Die internationale Gemeinschaft hatte es zu einem der Millenniumsziele für Entwicklung erhoben, bis 2010 das weltweite Artensterben massgeblich zu verringern. 2010 erklärte sie zum internationalen Jahr der Artenvielfalt. Das vorgegebene Ziel wurde allerdings nicht erreicht, die Zerstörung von Lebensräumen ging nahezu ungebremst weiter. Nach Angaben der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) sind knapp ein Viertel der Säugetiere, ein Drittel der Amphibien, jede achte Vogelart und jede fünfte Pflanzenart vom Aussterben bedroht.

Die Umweltorganisation WWF rief die Weltgemeinschaft zum Handeln gegen das Artensterben auf. «Unser Wohlstand und tatsächlich auch unser Überleben hängt von gesunden Ökosystemen ab», erklärte WWF-Chef Jim Leape.

Neues Ziel bis 2020

Nach den gescheiterten Bemühungen bis 2010 sollten die Konferenzteilnehmer in Nagoya ein neues Ziel bis zum Jahr 2020 festsetzen. Die Europäische Union macht sich dafür stark, dass bis dahin das Artensterben gestoppt werden soll. Viele Entwicklungsländer wollen als Ziel hingegen nur festschreiben, dass beim weltweiten Artenschutz etwas unternommen wird. Zudem soll es um mittelfristige Finanzhilfen für den Artenschutz in Entwicklungsländern gehen.

Ein weiteres Thema ist die sogenannte Biopiraterie. Debattiert wird über das sogenannte Access and Benefits Sharing Protocol (ABS), ein Protokoll über das Teilen von Zugang zu und Gewinnen aus biologischen Ressourcen. Die Entwicklungsländer fordern eine Art «Gensteuer», wenn Firmen aus ihren biologischen Ressourcen gewonnene Wirkstoffe, etwa in Form von Arzneien, vermarkten.

AFP/ske