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«Der Kulturkampf muss weitergeführt werden»

«Es gibt nicht ‹den› Systemgegner», sagt Carolin Emcke. Foto: Andreas Labes

Deutschland erlebt unruhige Zeiten: der Zustrom an Flüchtlingen, die terroristischen Anschläge und eine neue, rechtspopulistische Partei mit grossen Wahlerfolgen. Wie erleben Sie Deutschland im Wahljahr?

In den letzten Jahren hat sich das Image Deutschlands gewandelt: vom reaktionären Spiesserland zu einer offenen, weicheren ­Gesellschaft, Stichwort ­«Sommermärchen». Das Land erhält international hohe ­Sympathiewerte, neuerdings auch für die «Willkommenskultur». Gibt es nicht auch ein anderes, hässliches Gesicht?

Gibt es also eine Verrohung der Sitten, erleben Sie selbst das auch?

Es gab in diesem Jahr schon einige fatale Abstimmungsergebnisse: Brexit, Trump, Renzi. Und andere: van der Bellen, Macron. Sind Sie nervös wegen der Bundestagswahl im kommenden Herbst?

«Ich halte nichts davon, dem Populismus mit wiederum populistischen Parolen beizukommen.»

Die AfD selbst ist in Flügelkämpfe verstrickt. Kann man schon Entwarnung geben?

Driftet das Land auseinander – in florierende Metropolen und ­abgehängte Provinz? In Gewinner und Verlierer der ­Globalisierung? Ist Ostdeutschland eine Art «rust belt»?

Und die Globalisierung?

Wie soll man mit «Systemgegnern» umgehen? Sind Populisten für den rationalen Diskurs erreichbar?

Was ist also zu tun?

Manche meinen, man müsste die Populisten mit ihren eigenen Waffen schlagen. Martin Schulz versucht so etwas in Ansätzen. Brauchen wir einen linken Populismus?

Wie attraktiv ist Politik noch – ­an­gesichts der schwindenden Handlungsmöglichkeiten, der ­sinkenden Hemmschwelle bei ­Polemik und Hass. Bekommen wir nicht ein Problem bei der ­Rekrutierung politischen Personals?