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Studie der Uni BaselDer Lockdown führt zu mehr Stress

Depressionen nehmen im Lockdown deutlich zu: Die zeigt eine Studie der Universität Basel.

Knapp der Hälfte der Befragten gaben an, sich im Lockdown gestresster zu fühlen als vor der Coronakrise.
Knapp der Hälfte der Befragten gaben an, sich im Lockdown gestresster zu fühlen als vor der Coronakrise.
Foto: Fotolia

Die Coronakrise stellt für viele Menschen eine grosse psychische Belastung dar. Während des Lockdowns fühlte sich gemäss einer Studie der Universität Basel nahezu jeder zweite gestresster als vor der Krise. Eine markante Zunahme wurde zudem bei depressiven Symptomen registriert.

Die am Montag veröffentlichten ersten Ergebnisse der «Swiss Corona Stress Study» der Universität Basel beziehen sich auf den Zeitraum vom 6. bis. 8. April, also drei Wochen nach der Verkündung des Lockdowns in der Schweiz. An der anonymen Online-Umfrage haben sich insgesamt 10'472 Personen aus der ganzen Schweiz beteiligt, wie es in der Mitteilung heisst.

Knapp der Hälfte der Befragten gaben an, sich im Lockdown gestresster zu fühlen als vor der Coronakrise. Als Hauptgründe dafür wurden die Veränderungen bei der Arbeit oder Ausbildung, das eingeschränkte Sozialleben sowie die Belastung durch die Kinderbetreuung genannt.

Zugenommen hat während des Lockdowns der Anteil jener Menschen, die an depressiven Symptomen leiden. So gaben 57 Prozent der Befragten an, dass sich solche Symptome bei ihnen verstärkt haben. Während die Häufigkeit einer depressiven Symptomatik vor der Coronakrise 3,4 Prozent betrug, stieg dieser Wert im Lockdown auf 9,1 Prozent.

Für manche weniger Stress

Nicht allen macht indes die Coronakrise psychisch zu schaffen. Immerhin 26 Prozent der Befragten fühlen sich im Lockdown weniger gestresst als vorher – «erstaunlicherweise», wie die Uni Basel in ihrem Communiqué festhält. 24,4 Prozent der Befragten gaben zu dem an, bezüglich Stress keinen Unterschied zu spüren zwischen der Zeit vor der Krise und dem Lockdown.

In der Studie konnten einige Verhaltensweisen ausgemacht werden, die sich positiv gegen Corona-Stress auswirken. Dazu zählen namentlich mehr oder weniger intensive körperliche Betätigung wie Spazieren oder Joggen, die Pflege eines Hobbys oder die Aufnahme eines neuen Projekts. Als hilfreich gilt, den Konsum von Corona-News auf ein bis zweimal pro Tag zu beschränken.

Die anonyme Online-Umfrage der Universität Basel läuft auf www.coronastress.ch weiter. Nun wird untersucht, wie sich die Lockerungen des Lockdowns auf das psychische Befinden auswirken. Zwar seien die Ergebnisse der Studie nicht repräsentativ, hält die Uni fest. Weil die Befragten aber ein breites Spektrum der Schweizer Bevölkerung abbildeten, seien Resultate «statistisch hoch signifikant».

(SDA)