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Lustobjekt im FilmklassikerDer schönste Knabe der Welt ist kaputt

Björn Andrésen spielte den Tadzio in der Thomas-Mann-Verfilmung «Tod in Venedig». 50 Jahre später zeigt ein Dokumentarfilm, was dann mit ihm geschah.

Objekt der Begierde: Björn Andrésen im Film «Tod in Venedig» (1971) von Luchino Visconti.
Objekt der Begierde: Björn Andrésen im Film «Tod in Venedig» (1971) von Luchino Visconti.
Foto: Corbis via Getty Images

Bei den Dreharbeiten zu «Tod in Venedig» im Jahr 1970 erliess Luchino Visconti eine klare Anweisung. «Finger weg vom Jungen!», befahl der Regisseur von Meisterwerken wie «Il Gattopardo» den Leuten seiner Crew und wohl auch sich selber. Das begründete er auch inhaltlich: In seinem Film gehe es nicht um Erotik, nicht um Sex. Sondern um «eine höhere Form von Liebe».

Tatsächlich ist der Konflikt zwischen ewiger Schönheit und profaner Lust Thema der Novelle, die dem Film als Vorlage diente. Doch während der Schriftsteller Thomas Mann das mit gewählten Worten umkreisen konnte, brauchte Visconti Bilder. Wochenlang liess er sich in halb Europa Knaben vorführen, die den Tadzio spielen könnten, jenen Jungen im Matrosenanzug, den der alternde Dichter Gustav von Aschenbach in Venedig lüstern beobachtet.

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