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Todesstrafe in den USADer Verurteilte wurde per Giftspritze getötet

Zum ersten Mal seit rund 17 Jahren haben die USA einen auf Bundesebene verurteilten Straftäter hingerichtet. Zuvor hatte eine Richterin die Exekution gestoppt – das oberste US-Gericht machte letztlich den Weg frei.

Die Polizei sperrte die Zufahrtsstrasse zum Gefängnis sicherheitshalber ab.
Die Polizei sperrte die Zufahrtsstrasse zum Gefängnis sicherheitshalber ab.
Foto: Keystone

Zum ersten Mal seit rund 17 Jahren haben die USA einen auf Bundesebene verurteilten Straftäter per Giftspritze hingerichtet.

Der verurteilte Mörder Daniel Lewis Lee sei am Dienstagmorgen (Ortszeit) in einem Gefängnis in Terre Haute im US-Staat Indiana für tot erklärt worden, erklärte das Gefängnisamt des Justizministeriums auf Anfrage.

Laut CNN lauteten seine letzten Worte: «Ich habe es nicht getan. Ich habe viele Fehler in meinem Leben gemacht, aber ich bin kein Mörder. Sie töten einen unschuldigen Mann», heisst es in einem Bericht.

Juristischer Streit entbrannte

Um die Vollstreckung der Todesstrafe war ein juristischer Streit entbrannt. Eine Entscheidung des Obersten US-Gerichts in der Nacht zum Dienstag machte den Weg am Ende dafür frei.

Lee war wegen Mordes an einem Ehepaar und der achtjährigen Tochter der Frau zum Tode verurteilt worden. Der Raubüberfall im Januar 1996 sei Teil von Bemühungen Lees gewesen, an Geld für eine rechtsextremistische Gruppe zu kommen. Nach offiziellen Angaben stahl Lee Geld, Waffen und Munition im Wert von rund 80’000 US-Dollar.

Unter anderem hatten die Hinterbliebenen von Lees Opfern die ursprünglich für Montag geplante Exekution verhindern wollen, bei der sie anwesend sein wollten. Eine Teilnahme stelle in der Corona-Pandemie wegen der Ansteckungsgefahr aber ein übermässiges Gesundheitsrisiko dar, hatten sie argumentiert. Streit gab es vor Gericht auch wegen des in der Giftspritze verwendeten Wirkstoffs.

Todesstrafe verhängt aber nicht vollstreckt

Während viele Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003 keine Hinrichtung mehr gegeben. Die Todesstrafe wurde seitdem zwar weiter verhängt, aber nicht vollstreckt. Für Mittwoch und Freitag sind nach Angaben des Death Penalty Information Center weitere Hinrichtungen auf Bundesebene geplant.

Fälle, in denen Straftäter von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, liegen in der Hand der US-Regierung. Justizminister William Barr drang zuletzt darauf, die Hinrichtungen zu vollstrecken. Zuletzt hatte das Oberste Gericht den Weg für die Wiederaufnahme nach einem Streit um die Exekutionsmethode geebnet.

SDA

70 Kommentare
    Urs Erb

    Es gibt einen weltberühmten Satz zur Todesstrafe von Britney Spears: „Wer schreckliche Dinge getan hat, muss eine angemessene Strafe dafür bekommen. So lernt er seine Lektion für das nächste Mal.“

    Nichts zeigt die aus grenzenlos subintelligenten Zustand eines Anhängers der Todesstrafe besser als dieser Satz.

    Übertrumpfen kann man diese Blödheit nur noch, wenn man da stumpfsinnigen Whataboutismus (Duchemin), seinen Alltagsrassimsus (Muggli) oder Obama ins Spiel bringt. (Bollner)

    Dass sogar solche, die sich Jus Dozenten Unis schimpfen, die Todesstrafe als gerechtfertigt anerkennen, geht bei mit unter die Kategorie, die Volker Pispers so beschrieb: "Er war Jurist und auch sonst von mässigem Verstand"

    Einige der Kommentare hier zeigen nur auf, wie unglaublich dünn die Zivilisationsdecke bei einigen immer noch ist.