Zum Hauptinhalt springen

Spitzenkampf in der National LeagueDer ZSC belohnt sich viel zu spät

Die Zürcher besiegen Fribourg 3:2 in der Overtime, geben mit Eigenfehlern aber einen weiteren Punkt aus der Hand.

Premeiere beim ZSC: Tim Berni (Mitte) bejubelt nach dem 1:0 gegen Fribourg sein erstes Saisontor.
Premeiere beim ZSC: Tim Berni (Mitte) bejubelt nach dem 1:0 gegen Fribourg sein erstes Saisontor.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Das Motto des Abends liefert unfreiwillig die Zürcher Fanszene, einen Meter hoch und gut zwanzig Meter lang. «Für guets Hockey und ä usglichni Liga» prangt da auf einem Stofftransparent in bester Lage auf den Tribünen des Hallenstadions. Der zweite Teil der Forderung – «d’ Reform eifach sii la!» – passt mit ihrer ligapolitischen Richtung zwar weniger zum Duell ZSC gegen Fribourg. Der erste aber umso besser: Die Affiche Zweiter gegen Dritter ist ein jederzeit ausgeglichener, mitreissender Spitzenkampf, in dem sämtliche Drittel unentschieden enden und zwei Details den Ausschlag geben.

Diese Details sind ein Stockschlag, den sich Gottérons DiDomenico elf Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit zuschulden kommen lässt. Und ein Flachschuss Petterssons, der dem ZSC nach 94 Sekunden der Overtime das 3:2 und immerhin zwei Punkte beschert.

Es hätten aller Ausgeglichenheit zum Trotz drei sein können, ja müssen. Denn zum sechsten Mal in Serie gelingt dem ZSC das erste Tor im Spiel, zum dritten Mal erst reicht das zum Sieg. Diesmal geht das 1:0 aufs Konto von Tim Berni, dem im 27. Match der ersehnte erste Saisontreffer gelingt. Der 20-jährige Verteidiger stürmt als vorderster Mann vor Goalie Berra und profitiert von Sigrists Vorarbeit (28.). Dummerweise macht ein anderer Zürcher Abwehrspieler den Vorsprung gleich wieder zunichte: Noreau verliert als letzter Mann leichtfertig die Scheibe, Herren bedankt sich technisch sauber mit dem 1:1 (33.).

Danach ist der ausgeglichene Spielstand wieder hergestellt und bleibt Programm. Sogar die beiden Topskorer wahren die Balance: Hollenstein wie Mottet erleben einen Abend zum Vergessen.

Kein Abend für die Topskorer

Der Zürcher vergibt in der 35. Minuten einen Penalty und erinnert nur ganz selten an den Stürmer, der Anfang Oktober an gleicher Stätte gegen den gleichen Gegner vier Tore erzielte. In den letzten zehn Partien sammelte Hollenstein mittlerweile bloss zweimal überhaupt Skorerpunkte. Mottets Malheur tut anders weh: Der Flügel humpelt nach einem unglücklichen Zusammenprall mit der Freiburger Bandentür schon vor der ersten Pause mit Verdacht auf Knieverletzung in die Garderobe und kehrt nicht zurück.

Es gibt dann doch noch einen Moment, in dem der Topskorer des ZSC an bessere Tage erinnert: mit seinem dynamischen Sturmlauf, an dessen Ende Andrighetto den Puck bloss noch über die Torlinie drücken muss (48.). Doch auch dieses 2:1 hält nur kurz: 66 Sekunden später darf Stalberg sich vor Goalie Ludovic Waeber ungehindert entfalten, der prominente Zuschauer heisst diesmal Geering.

DiDomenicos Unbeherrschtheit und Petterssons Abschluss sorgen in diesem ausgeglichenen Duell zwar doch noch für ein Zürcher Happy-End. Und doch bleibt der Eindruck, dass am Ende die Details nicht stimmten. Dass sich der ZSC mit schlampiger Abwehrarbeit um die Maximalausbeute von drei Punkten brachte.

Die weiteren Spiele

Spannendes Wiedersehen in Biel

Am 11. Januar hatte ein Tauschgeschäft zwischen dem HC Davos und Biel für Aufsehen gesorgt. Perttu Lindgren und Luca Hischier zogen vom Bündnerland ins Seeland, den umgekehrten Weg gingen David Ullström und Valentin Nussbaumer. Und genau diese zwei Neo-Davoser waren es, die beim Wiedersehen mit dem ehemaligen Verein mit ihren Treffern einen Zweitore-Rückstand wettmachten. In der Verlängerung schoss Aaron Palushaj den HCD gar zum 3:2-Sieg. Somit verdrängten die Bündner die Seeländer vom sechsten Platz.

Weniger rosig sieht es dafür für Lugano aus, das in Rapperswil die vierte Niederlage in Folge bezog. Beim 4:2-Sieg der Lakers sorgten Kevin Clark und Roman Cervenka mit ihren Toren für die Differenz. Wenig überraschend gab es zwischen SCL Tigers und Ambri kaum Tore. Sie sind, abgesehen vom SC Bern, der einige Spiele weniger ausgetragen hat, die Teams mit den am wenigsten erzielten Toren. Beim 2:1-Sieg der Leventiner nach Verlängerung war Diego Kostner mit zwei Toren der Matchwinner. Für die Emmentaler traf Anthony Huguenin zum zwischenzeitlichen 1:1.

Munteres Spiel in Zug

Hin und her ging es im Spiel von Leader Zug gegen Servette. Die Gäste gingen in der 4. Minuten durch Daniel Winnik in Führung, Tobias Geisser und Sven Leuenberger drehten die Partie noch im ersten Drittel, ehe Tanner Richard und Eric Fehr die Genfer in Front schossen. Nach dem neuerlichen Ausgleich durch Nico Gross mit seinem ersten Saisontreffer war es Jan Kovar, der den Leader 4:3 kurz vor der zweiten Drittelspause in Führung schoss. Den Schlusspunkt setzte Gregory Hoffmann mit seinem zwölften Saisontreffer zum 5:2. (rom)

1 Kommentar
    Thomas Mäusli

    ich als fribourger sehe das ganze anders, es hätte mit glück für uns auch ein sieg werden können. aber ist klar hat der tagi wie immer die d ch brille auf, sachlich-neutral ist dieser bericht nicht und aussagekräftig im sinne einer objektiven analyse schon gar nicht