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Eine weitere NiederlageDer ZSC kann den Horrorstart nicht korrigieren

Der ZSC kommt in Rapperswil-Jona trotz 0:3-Rückstand um ein Haar noch zum 5:5-Ausgleich. Die Lakers sind aber der korrekte 5:4-Sieger, alles in allem enttäuschen die Zürcher.

Hier geht es gut für die Zürcher: ZSC-Goalie Ludovic Waeber wehrt sich erfolgreich gegen Lakers-Captain Andrew Rowes Schuss.
Hier geht es gut für die Zürcher: ZSC-Goalie Ludovic Waeber wehrt sich erfolgreich gegen Lakers-Captain Andrew Rowes Schuss.
Foto: Benjamin Soland (Blick/Freshfocus)

Gut eine Minute vor dem Ende war sie tatsächlich da, die Chance zum 5:5, der im Schlussdrittel auffällige Denis Hollenstein vergab sie knapp, die Lions spielten da wieder ohne Goalie, 30 Sekunden zuvor hatten sie bereits mit sechs Feldspielern getroffen gehabt, Patrick Geering hatte zum 4:5 verkürzt.

Doch der Ausgleich fiel nicht, er wäre angesichts der Schüsse aufs Tor mittlerweile zwar nicht mehr ganz unverdient gewesen, es wäre aber ein Zürcher Punktgewinn mit einem grossen Asterisk gewesen. Einer für den Zusatz «mit viel Glück den zu Beginn angerichteten Schaden irgendwie korrigiert.»

Die Lakers verdienten sich die drei Punkte, es war deutlich zu sehen, welche der beiden Mannschaft noch um einen Platz im (Pre-)Playoff kämpft und welche mittlerweile vor allem darauf zu warten scheint, dass das richtige Playoff endlich losgeht. Allerdings ist angesichts des Negativtrends der Zürcher langsam Vorsicht geboten. Nicht nur der lange als fix scheinende 2. Platz ist in Gefahr, selbst der Heimvorteil in Runde 1 ist mittlerweile alles andere als gesichert.

Das schlimme Startdrittel

Es war am Ende zwar eine Zürcher Reaktion festzustellen, sie sorgte wenigstens für eine spannende Schlussphase, die nach 20 Minuten noch unmöglich schien. Der Tadel für die Leistung der Lions ist indes grösser, genau so wie der Vorwurf, warum es einen 3-Tore-Rückstand brauchte, damit sie sich endlich auch mit Kampfgeist bemühten, ins Spiel zu finden.

Denn da war dieses Startdrittel mit aus Zürcher Sicht schlimmen Zahlen: 0:3 Tore, 5:19 Schüsse, 4:0 Fouls. Keine dieser Statistiken täuschte, zusammengetragen zeigten sie ein korrektes Bild. Der ZSC war unterlegen, der Rückstand zu Recht so deutlich, die Fouls symptomatisch, da in einem Fall ungeschickt, drei Mal aber auch «faul», weil stets nur auf des Gegners Aktionen reagierend.

Chaos vor dem Zürcher Tor: Ein nicht seltenes Bild im Startdrittel.
Chaos vor dem Zürcher Tor: Ein nicht seltenes Bild im Startdrittel.
Foto: Alexandra Wey (Keystone)

Die Lions spielten sich so richtig in einen Negativstrudel, es schien, als habe das Team nach zuletzt zwei schwachen Auftritten im Cupfinal gegen Bern (2:5) und in Lausanne (1:5) bereits viel Selbstvertrauen verloren. Dies zeigte sich auch im Boxplay, in guten Zeiten eine Zürcher Stärke ist mit viel Aggressivität und Mut zur Offensive. In Rapperswil agierten die Lions in Unterzahl aber passiv, den Lakers Raum zugestehend, was diese zu zwei Powerplay-Treffern nützten.

Auch Goalie Ludovic Waeber liess sich von der allgemeinen Verunsicherung seiner Vorderleute anstecken, es war ein kollektiver Untergang der Lions im Startdrittel. Es konnte nur besser werden, es wurde besser, aber nicht gut genug, um zu Punkten zu kommen.

Zug fürs Playoff qualifiziert

Der SC Bern verlor daheim gegen den Tabellenführer EV Zug 1:2. Hauptverantwortlich dafür war der Zuger Goalie Leonardo Genoni, der seine ehemaligen Teamkollegen verzweifeln liess. Einzig Tristan Scherwey konnte ihn bezwingen (14. Minute), ehe Jérôme Bachofner (36.) und Lino Martschini (45.) für Zug trafen. Wegen dem Sieg der Lakers wächst der Rückstand des SCB auf den Strich auf fünf Punkte an. Zug dagegen sicherte sich mit dem neunten Sieg in Serie als erstes Team die Teilnahme am Playoff.