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ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY… ungelöst»Deutsches Kriminalamt fahndet nach flüchtigem Wirecard-Manager

Nach dem Bilanzskandal beim Finanzdienstleister haben die Ermittler die Suche nach dem ehemaligen Manager Jan Marsalek ausgeweitet. Sie bitten die Bevölkerung um Mithilfe.

Die Suche nach Jan Marsalek war auch Inhalt der neusten Ausgabe der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY…ungelöst».
Die Suche nach Jan Marsalek war auch Inhalt der neusten Ausgabe der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY…ungelöst».
Foto: Screenshot www.zdf.de

Nach dem milliardenschweren Bilanzskandal beim deutschen Finanzdienstleister Wirecard fahndet das Bundeskriminalamt (BKA) nun auch öffentlich nach dem flüchtigen Ex-Vorstand Jan Marsalek. «Aufgrund der derzeitigen Ermittlungsergebnisse wird ein Aufenthaltsort des Gesuchten im Ausland für sehr wahrscheinlich gehalten», erklärte das BKA am Mittwoch.

Auch in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» wurden die Zuschauer um Hinweise zum Aufenthaltsort des 40-Jährigen Österreichers gebeten.

Die Ermittler verdächtigen Marsalek unter anderem des besonders schweren Falls der Untreue und des gewerbsmässigen Bandenbetrugs. Er soll zusammen mit anderen Beschuldigten wie dem ehemaligen Wirecard-Chef Markus Braun die Bilanzsumme und den Umsatz des Zahlungsanbieter durch Scheingeschäfte aufgebläht haben, um so das Unternehmen finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen. (Lesen Sie auch unseren Artikel «Catch me if you can»).

Das Geld ist wohl verloren

Auf dieser Basis hätten Banken und andere Investoren insgesamt 3,2 Milliarden Euro bereitgestellt. Das Geld sei voraussichtlich verloren. Gegen Marsalek erliess das Amtsgericht München am 22. Juni einen Haftbefehl. Wenige Tage später meldete Wirecard Insolvenz an.

Die weltweite Fahndung nach Marsalek blieb bisher erfolglos. Medien berichteten Mitte Juli, er könne sich in Weissrussland us oder Russland aufhalten. Der ehemalige Vorstandschef Markus Braun und der frühere Finanzvorstand Burkhard Ley sowie andere Manager sitzen dagegen schon seit Ende Juli in Untersuchungshaft.

Wirecard fliegt aus dem Dax

Wie bereits angekündigt, fliegt der insolvente Zahlungsabwickler Wirecard bald aus dem deutschen Leitindex Dax. In einer Umfrage der Deutschen Börse stimmte eine Mehrheit der Marktteilnehmer für eine Änderung der Regeln, die zur Verbannung des Ende Juni Pleite gegangenen Konzerns führt, wie die Deutsche Börse am Mittwoch mitteilte. Wirecard scheidet nun nach Handelsschluss am 21. August aus dem Leitindex aus.

Wer dem Zahlungsanbieter im Dax nachfolgt, wird die Börse erst kommende Woche mitteilen. Das Rennen werden aller Voraussicht nach der Restaurant-Lieferdienst Delivery Hero und der Aromen-Hersteller Symrise unter sich ausmachen.

SDA/REUTERS/fal