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Kolumne zum Corona-WinterDie 7 Gebote für den Corona-Winter

Auf den Lockdown im Frühling folgt nun der Corona-Winter. Sieben Gebote, um diesen gut zu überstehen.

Gebote mit einem Augenzwinkern.
Gebote mit einem Augenzwinkern.
Illustration: Badesaison

Du sollst den Namen des Herrn (Berset) nicht missbrauchen!

Schon klar, gut gemeint ist die kleine Schwester von sch****e gemacht. Aber in dieser Pandemie ist es halt wirklich wie im Sport – selbst wenn man das Beste gibt, reicht es manchmal nicht zum Sieg. Darum sollten wir wenigstens in der Adventszeit darauf verzichten, Alain Berset zu verfluchen. Und die Taskforce. Und Schnegg in Bern, Darbellay im Wallis, Poggia in Genf, Rickli in Zürich und Sforza in Basel (wenn auch aus etwas anderen Gründen).

Du sollst den freien Tag heiligen!

Zelebriere die Faulheit. Hänge zu Hause rum, futtere Chips im Bett, spiele Playstation oder guck TV, bis dir die Augen rausfallen, tagein, tagaus! Und das Tollste: In 50 Jahren wirst du für dieses asoziale Verhalten (beziehungsweise: deine Rücksicht) im grossen Stil gefeiert werden! Diese Erkenntnis verdanken wir übrigens der deutschen Regierung und deren Werbekampagne #BesondereHelden.

Du sollst nicht begehren ein Weib, einen Knecht oder ein Vieh!

Explizit gesagt: Bis im Frühling 2021 wegen Ansteckungsgefahr keine Tinder-Dates, keine Homeoffice-Affären, kein Streichelzoo, idealerweise nicht mal Beischlaf (im Frühjahrs-Lockdown wurden schon genügend Corona-Babys gezeugt). Achtung: Unter dem Deckmantel «Kunst» zirkulieren im Internet unfassbare Alternativangebote wie dieses hier: «Die experimentelle Anleitung für eine Gruppen-Masturbation zieht die Besucher*innen als fühlende Wesen in ihren Bann. Mit binauralen Vibratoren-Beats und Katzenschnurren begeben wir uns auf einen immersiven Streifzug durch die Erzählungen des Körpers. Mit verbundenen Augen in einem Safe Space, gemeinsam und doch jede*r für sich.» Unbedingt die Finger davon lassen!

Du sollst nicht stehlen!

Das solltest du moralisch betrachtet eigentlich sowieso nie tun. Wegen der Pandemie ist es aber besonders heikel. 1. Die Polizei ist unterbeschäftigt – Homeoffice, Sperrstunde ab 23 Uhr, kaum noch Autoposer – und steht darum unter Erfolgsdruck. 2. Das Diebesgut könnte Corona-viral kontaminiert sein. Sehr riskant sind begehrte Objekte mit glatten Oberflächen wie Smartphones, QLED-Fernseher, Teslas etc.: Da können die winzigen Biester bis zu zwei Wochen überleben.

Du sollst deine Hände nicht in Unschuld waschen!

Vor allem nicht, wenn du gegen I, III oder IV verstossen hast. Stattdessen aber so oft es geht mit Flüssigseife und 20 Sekunden lang.

Du sollst (das Land) nicht teilen!

Die kantonale Corona-Fallzahlen-Liste ist verdammt nochmals keine Hitparade! Égalité, solidarité, sororité, fraternité! Lasst uns ein Zeichen setzen! Und an Heiligabend im Grischun Saucisson vertilgen. In der Romandie Salsiccia. Im Ticino Olma-Wurst. Und in der Deutschschweiz Bündner Salsiz.

Du sollst keinen Ölwechsel machen!

(falls du kein Automech bist). Das ist philosophisch gemeint: Es geht darum, aus Langeweile – siehe II – nicht plötzlich gefährliche Dinge auszuprobieren, bei denen man, falls sie misslingen, ins Spital muss! Die Betten sind voll, das Pflegepersonal ausgepowert.

3 Kommentare
    J. Brunner

    Nachtessen im Restaurant : bitte rasch essen, um 19 Uhr kommt Corona-do. Blödsinn.

    Wer soll das kontrollieren? Einfach die Fensterläden schliessen und ruhig fertig essen. Blasius!