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Reaktorunfall von FukushimaDie Chronologie der Katastrophe

Was am 11. März 2011 in Japan geschah.

Rauchschwaden über dem zerstörten Block 1 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.
Rauchschwaden über dem zerstörten Block 1 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.
Foto: JIJI Press, HO, Tepco, AFP

Sechs Reaktorblöcke befinden sich am Standort Fukushima Daiichi. Die Blöcke 1, 2 und 3 waren am 11. März 2011 im regulären Leistungsbetrieb, die Blöcke 4, 5 und 6 für Revisionen und Umrüstungen abgeschaltet.

Die Zeitangaben in der Chronologie der Ereignisse beziehen sich auf die Ortszeit. Die Schweizer Zeit hinkt acht Stunden hinterher:

14.46 Uhr

In 32 Kilometer Tiefe vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu ereignet sich das schwerste Beben in Japan seit Beginn der Aufzeichnungen, das Tohoku-Erdbeben (Magnitude 9). Das löste automatisch eine schnelle Abschaltung der drei laufenden Reaktorblöcke aus. Die Blöcke reagierten zunächst nach Plan. Weil die externe Stromversorgung durch das Erdbeben ausfiel, wurden die Notstromdiesel gestartet, um die Kühlung der Reaktoren weiterhin sicherzustellen.

Das Epizentrum des Tohoku-Erdbebens vom 11. März 2011 mit der Lage verschiedener Kernreaktoren in Japan (SWR=Siedewasserreaktor, DWR=Druckwasserreaktor).
Das Epizentrum des Tohoku-Erdbebens vom 11. März 2011 mit der Lage verschiedener Kernreaktoren in Japan (SWR=Siedewasserreaktor, DWR=Druckwasserreaktor).
Karte: GRS

14.49 Uhr

Eine erste Tsunami-Warnung geht von einer Fluthöhe von drei Metern aus. Um 15.14 Uhr wird vor einer Fluthöhe von sechs Metern, um 15.30 Uhr vor einer Fluthöhe von zehn Metern gewarnt.

15.27 Uhr

Die erste grössere Tsunami-Welle erreicht die nördliche Ostküste Japans und damit das Kraftwerksgelände.

Das Reaktorgelände vor (oben) und nach dem Eintreffen des Tsunami.
Das Reaktorgelände vor (oben) und nach dem Eintreffen des Tsunami.
Foto: JIJI PRESS, Tepco, AFP

15.41 Uhr

55 Minuten nach dem Erdbeben trifft die Hauptwelle mit einer Höhe von rund 14 Metern ein und überflutet wesentliche Teile der Infrastruktur. Betroffen war insbesondere die Notstromversorgung mit den Dieselgeneratoren, da diese weder gebunkert noch auf einem erhöhten Level platziert waren. Damit war in den Blöcken 1 bis 4 die Notstromversorgung weitestgehend ausgesetzt, die zur Kühlung von Reaktorkern, Containment und Brennelement-Lagerbecken nötig ist.

Der weitere Verlauf

Die Reaktorkerne (Blöcke 1 bis 3) überhitzten, das Kernmaterial schmolz. Wasserstoffexplosionen zerstörten die Reaktorgebäude in den Blöcken 1, 3 und 4, und beschädigten das Reaktorgebäude im Block 2. Dabei gelangten radioaktive Stoffe unkontrolliert und in erheblichen Mengen in die Umwelt. Der Unfall wurde auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse mit der Höchststufe 7 (katastrophaler Unfall) eingestuft. Nur Tschernobyl war noch schlimmer.

Evakuierung

Noch am Abend des 11. März 2011 wurde die Bevölkerung im Umkreis von drei Kilometern evakuiert, ab 5 Uhr des nächsten Morgens im Umkreis von zehn, am Abend des 12. März im Umkreis von zwanzig Kilometern. In den Folgemonaten wurden auch weitere Gebiete aufgrund der Strahlenbelastung evakuiert. Insgesamt verliessen rund 165’000 Menschen ihre Heimat.

Quelle: Ensi

22 Kommentare
    Ulrich Konrad Schweizer

    Z.B. unser AKW Gösgen ist ein sehr sicheres Werk und nicht zu vergleichen mit den Reaktoren in Fukushima. Japan ging bekannterweise nicht so seriös mit dieser Technik um wie wir. Neueste Werke werden nochmals 10 bis 100 mal sicherer sein wie Gösgen.