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Elfter ZSC-Sieg hintereinanderDie eindrückliche Siegesserie minimalistisch verlängert

0:0 stand es nach 40 Minuten beim ersatzgeschwächten Schlusslicht, am Ende gewannen die Zürcher in Langnau aber dennoch standesgemäss 4:1.

40 Minuten lang Zürcher Leerlauf: Roman Wick wuchtet gegen Ende des Startdrittels den Puck an die Latte, Tigers-Goalie Ivars Punnenovs wäre geschlagen gewesen.
40 Minuten lang Zürcher Leerlauf: Roman Wick wuchtet gegen Ende des Startdrittels den Puck an die Latte, Tigers-Goalie Ivars Punnenovs wäre geschlagen gewesen.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Wie viele Siege hintereinander braucht es, um erste Anzeichen von Genügsamkeit erkennen zu lassen? Zehn? Sieben Mal in Serie hatten die ZSC Lions zuletzt in der Meisterschaft gewonnen gehabt und mittendrin noch drei Erfolge auf dem Weg in den Cupfinal verbucht. Und auf der anderen Seite standen die SCL Tigers, die letzte Woche drei Heimspiele hintereinander mit dem Gesamtscore von 3:15 verloren hatten und als Schlusslicht ihren «Vorschusslorbeeren» als schwächstes Team mit dem dünnsten Kader der Liga bislang gerecht wurden. Die Affiche war also zu verlockend, damit es die Lions ein wenig lockerer angehen würden.

Und tatsächlich passierte in Langnau genau dies. Unkonzentrierte Zürcher sah man, Zürcher die von ihrer Konsequenz, zum Beispiel zuletzt im Cup-Halbfinal in Freiburg, nicht mehr viel zeigten. Nach nur fünf Minuten kam der Aussenseiter bereits zu seiner zweiten 2-gegen-1-Konterchance, es passte zum Auftritt der Lions, dass Verteidiger Tim Berni mit einem Sturz als hinterster Spieler diese Möglichkeit dem Gegner offeriert hatte.

Was die Gegner der Lions aber immer wieder frustriert: Tiefe und Substanz im Kader sind gerade in der Offensive so beeindruckend, dass sie auch an einem schlechten Abend Wege zu Chancen finden. Die Tigers kämpften beherzt, waren besser und mussten am Ende dennoch das 0:0 in die erste Pause retten. Chris Baltisberger und Roman Wick, der die Latte traf, verpassten in den letzten Momenten des Startdrittels fast sichere ZSC-Tore.

In der Folge waren die Zürcher endlich dominant, aber keineswegs überzeugend. Langnau, nur mir zwei Ausländern angetreten und auch sonst ersatzgeschwächt, rettete mit viel Kampf das 0:0 in die zweite Pause.

Die Lions benötigten eine doppelte Überzahl, um in der 44. Minute endlich in Führung zu gehen: Fredrik Pettersson hämmerte den Puck per Slapshot ins Netz. Weil die Langnauer ebenfalls im Powerplay umgehend ausglichen, wurde es am Ende ein Zürcher Sieg auf Umwegen. Die Lions mussten gar eine doppelte Unterzahl überstehen, ehe Garrett Roe per Shorthander zum 2:1 traf. Sven Andrighettos Doublette gegen nun demoralisierte Langnauer sorgte für ein standesgemässes 4:1.

Raphael Prassl zum HC Davos?

News könnte es von der Transferfront geben. Der Vertrag von Raphael Prassl läuft Ende Saison aus, Davos dürfte den Stürmer verpflichten. Der 23-Jährige, der beim ZSC gross wurde, wäre der zweite Abgang aus Zürich Richtung Graubünden. Auch Axel Simic dürfte im Sommer 2021 zum HCD wechseln, Transfers werden in Zeiten von Corona allerdings (noch) nicht bestätigt.

SCL Tigers – ZSC Lions 1:4 (0:0, 0:0, 1:4)

1 Zuschauer. – SR Stolc (SVK)/Mollard, Duarte/Stalder. – Tore: 44. Pettersson (Andrighetto/bei 5 gegen 3) 0:1. 47. Flavio Schmutz (Nilsson/Powerplaytor) 1:1. 52. Roe (Andrighetto/Unterzahltor!) 1:2. 54. Andrighetto (Roe) 1:3. 59. Andrighetto (Bodenmann) 1:4 (ins leere Tor). – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 8mal 2 plus 10 Minuten (Roe) gegen ZSC Lions.

SCL Tigers: Punnenovs; Schilt, Grossniklaus; Glauser, Huguenin; Lardi, Erni; Bircher, Leeger; Weibel, Flavio Schmutz, Sturny; Julian Schmutz, Maxwell, Nilsson; Neukom, Berger, Petrini; Rüegsegger, Melnalksnis, Andersons.

ZSC Lions: Waeber; Noreau, Marti; Morant, Geering; Trutmann, Berni; Phil Baltisberger; Chris Baltisberger, Roe, Andrighetto; Pettersson, Krüger, Sigrist; Bodenmann, Dominik Diem, Hollenstein; Pedretti, Schäppi, Wick; Prassl.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Blaser, Nolan Diem, Kuonen (alle verletzt) und Zaetta (krank), ZSC Lions ohne Blindenbacher (verletzt). SCL Tigers von 57:13 bis 58:06 ohne Torhüter.