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«Der Westen sollte seine Selbstkasteiung aufgeben»

Wie soll man auf Terror reagieren? Wie tun es die, die schon betroffen sind? Das grosse Interview mit dem Schweizer Psychoanalytiker Carlo Strenger.

«Der Terror in Europa wird andauern»: Carlo Strenger. Foto: Jonas Opperskalski (Laif)
«Der Terror in Europa wird andauern»: Carlo Strenger. Foto: Jonas Opperskalski (Laif)

Europa erlebte 2016 ein Terrorjahr. Das Foto zweier blutender Frauen ging nach den Anschlägen in Brüssel um die Welt. Hat man sich in Israel an solche Bilder schon gewöhnt?

Israel hat mit dem Terror eine viel längere Geschichte als Europa. Im kollektiven Gedächtnis gehen Terroranschläge bis in die Zeit der Staatsgründung 1948 zurück. Und in den letzten 20 Jahren hat die Zahl der Terroranschläge deutlich zugenommen. Das hat eine ganze Generation geprägt. Paradoxerweise begann diese Welle 1993 mit dem Friedens­abkommen von Oslo. 1994 und 1996 gab es mehrere grosse Selbstmordanschläge der Hamas in Tel Aviv und Jerusalem. Die haben letztlich auch die Wahlen entschieden, Benjamin Netanyahu gewann zum ersten Mal gegen Shimon Peres. Danach kam die zweite Intifada. Wir kennen also sehr gut, was Europa im vergangenen Jahr erlebte, aber daran ­gewöhnen tut man sich nicht.

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