Die Fremden machten sie stark
In Dietikon spielt die CVP von jeher eine wichtige Rolle. Das hat in erster Linie mit der Einwanderung zu tun.

In Dietikons Zentrum sind zwei Dinge augenfällig: der neubarocke Kirchturm und das bunte Völkergemisch. Dieses manifestiert sich in einem der höchsten Ausländeranteile des Kantons und in einem Mitgliederzuwachs bei der katholischen Kirche. Die Zuwanderung ist laut Parteiortspräsident Dominik Lamprecht der Grund, weshalb Dietikon seit mehr als hundert Jahren eine CVP-Hochburg ist. 10,43 Prozent Wähleranteil ist mehr als doppelt so viel wie im kantonalen Schnitt. Es waren Arbeiter aus der Innerschweiz und aus dem Tessin, später aus Italien, die nach Dietikon zogen, weil es hier für sie ein Auskommen gab. Denn das Bauerndorf wurde um 1900 zum Industrieort. Dass die Immigranten sich für Dietikon entschieden, hatte aber nicht nur mit den dort aufstrebenden Fabriken zu tun, sondern auch damit, dass sie im reformierten Kanton Zürich ihren Glauben nur an wenigen Orten ausüben konnten. Die katholische Kirche ist in Zürich erst seit 1963 grundsätzlich anerkannt, und Dietikon und Rheinau sind die beiden einzigen ursprünglich katholischen Zürcher Gemeinden. Auch in Rheinau ist der CVP-Wähleranteil mit über neun Prozent heute noch hoch.