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1:2 gegen YBDie Freude des FCZ in der Start-Niederlage

Die Young Boys schlagen den FC Zürich zum Auftakt der Super League 2:1 – müssen dabei aber leiden.

Ludovic Magnin war nach dem Spiel zufrieden – auch unter der Maske.
Ludovic Magnin war nach dem Spiel zufrieden – auch unter der Maske.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Es hat vermutlich noch nicht viele Trainer auf dieser Welt gegeben, die nach einer Niederlage glücklicher wirkten, als Ludovic Magnin an diesem Samstagabend im Wankdorf. Aber wer will es dem Coach des FC Zürich verübeln? Vor einer Woche hatte er mit ansehen müssen, wie sich seine Mannschaft im Cup gegen Chiasso in die Niederlage dilettierte.

Da kam der Auftritt beim 1:2 bei den Berner Young Boys schon fast einem Wiedererweckungserlebnis gleich. Die Zürcher, sie kämpften, sie bissen. Sie machten dem Gegner weh – und schonten sich dabei selbst nicht. Am Ende hatte Stürmer Assan Ceesay einen Turban um den Kopf, der eine Platzwunde verdeckte. Und Offensivmann Benjamin Kololli humpelte mit einem dicken Eisverband umher. Magnin sah es und sagte: «Das freut mich.»

Es freute ihn, weil er endlich, endlich wieder einmal eine Mannschaft gesehen hatte, die lebte. Und die sich gegen eine Niederlage auflehnte.

Assan Ceesay mit Platzwunde und Turban auf dem Kopf – der FCZ zeigte am Samstagabend Einsatz.
Assan Ceesay mit Platzwunde und Turban auf dem Kopf – der FCZ zeigte am Samstagabend Einsatz.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Dass es trotz einer frühen 1:0-Führung nicht ganz zur Überraschung beim Meister reichte? Konnte Magnin verschmerzen: «Heute war die Art und Weise wichtiger als das Resultat.» Nichts zeigte den neu gefundenen Zürcher Biss besser als der Führungstreffer in der 5. Minute. Ceesay eroberte sich den Ball mit einem Pressschlag, seine Flanke wurde von einem Berner zu Kololli abgelenkt. Und dessen Schuss fand via Schulter von Ulisses Garcia den Weg ins Berner Tor.

Das war der Moment, in dem man um YB etwas Angst haben konnte. Schon wieder ein Tiefschlag, nachdem die Berner ja noch den bitteren Mittwoch in den Köpfen hatten. Jene vermaledeite zweite Halbzeit gegen Midtjylland, die den Traum von der Champions League hatte platzen lassen.

Gerardo Seoane erzählte nach der Partie, wie gefährlich die Ausgangslage vor dem FCZ-Spiel gewesen sei: «Das wichtigste war, nach dem schwachen Auftritt am Mittwoch nicht ins Zweifeln zu geraten.» Aber der YB-Trainer durfte feststellen, dass seine Spieler für die mentale Aufgabe bereit waren.

YB-Trainer Gerardo Seoane (links) und FCZ-Coach Ludovic Magnin unterschätzten sich gegenseitig nicht.
YB-Trainer Gerardo Seoane (links) und FCZ-Coach Ludovic Magnin unterschätzten sich gegenseitig nicht.
Foto: Peter Schneider (Keystone)

Einen Flügelangriff nach dem anderen liessen sie in Richtung Zürcher Tor rollen. In der 24. Minute war es Felix Mambimbi, der nach einem Eckball und einem Fehler von FCZ-Goalie Yanick Brecher den Ball über die Linie drückte. YB war zurück im Geschäft. Aber der FCZ noch nicht geschlagen.

Dazu brauchte es dann schon eine Gelb-Rote Karte gegen Hekuran Kryeziu in der 56. Minute. Der FCZ-Mittelfeldmann versuchte nach verlorenem Zweikampf mit einer verzweifelten Grätsche zu korrigieren, was nicht mehr zu korrigieren war. Und traf dabei Garcia am Knöchel.

FCZ-Tor aberkannt

Es war der entscheidende Fehler in dieser intensiven Partie. Fünfzehn Minuten waren die Zürcher danach in Unterzahl. Genau eine Minute zu lange, um das 1:1 zu retten. In der 69. Minute flog die eine Flanke von Garcia zu viel in den Zürcher Strafraum, Tobias Schättin vergass Christian Fassnacht in seinem Rücken – 2:1 für YB.

Kaum eine Minute später waren dann auch nur noch zehn Berner auf dem Feld. Cédric Zesiger war ebenfalls mit Gelb-Rot vom Feld geflogen, nachdem er Ceesay mit dem Ellbogen am Kopf getroffen hatte. Jetzt begann die Phase, über die Seoane später sagen sollte: «Der FCZ hat uns alles abverlangt.»

Ja, in der 95. Minute traf Blaz Kramer gar zum 2:2. Doch Schiedsrichter Urs Schnyder sah in der Szene ein Foul von Antonio Marchesano an Fabian Lustenberger. Ein sehr gnädiger Pfiff für die Berner. Unter normalen Umständen hätte Ludovic Magnin danach wohl einen Wutanfall bekommen. Aber an diesem Abend konnte ihm nicht einmal dieser Pfiff die gute Laune verderben.

7 Kommentare
    René von Euw

    Spitzenklub? Gestatten, herzhaft zu lachen dürfen.