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Enthüllung im VatikanDie katholische Kirche hat ihren nächsten Finanzskandal

Der Vatikan sammelt Spenden für die Ärmsten, investierte aber Hunderte Millionen für die Reichsten: Luxusimmobilien, Hollywoodfilme, eine Bierbrauerei.

Dunkle Wolken brauen sich über der Basilika im Vatikan zusammen.
Dunkle Wolken brauen sich über der Basilika im Vatikan zusammen.
Foto: Reuters

«Cupolone», «grosse Kuppel», so nennen die Römer das Dach von Sankt Peter, sie sagen es mit liebevollem Unterton. Die Kuppel spannt sich wie ein Gewölbe über ihre Stadt. Kein weltlicher Bau in Rom darf höher und erhabener sein als Michelangelos Werk, so wollten es die Päpste. Das vermeintlich Heilige sollte über dem Profanen thronen, die Kirche über dem Staat. Moralisch überlegen. Das war natürlich immer schon ein Scherz, die Geschichte ist Zeugin. Aber die architektonische Entrückung ist geblieben.

Besonders eindrucksvoll wirkt das Panorama der Vatikanstadt, dieses kleinen Staates im Staat, ein paar Hundert Einwohner, von hohen Mauern umgeben, wenn man von der Tiberbrücke Umberto I. zu ihm hinüberschaut, Ecke Lungotevere Tor di Nona. Ist nicht Pandemie, stehen jeden Abend Fotografen auf der Brücke und warten auf das Dämmerrot, den Feuerhimmel über San Pietro. Wenn noch schwarze Wolken durch das Bild ziehen und den Cupolone umspielen, ist das Drama perfekt, dann entstehen Fotos für Zeiten wie diese.

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