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Grüne WendeDie Klimaallianz geht im Kantonsrat in die Offensive

Die neue Mehrheit der Mitte-links-Parteien macht weiter Druck. Nun fordert sie eine bessere Nutzung der Solarenergie sowie mehr dezentrale Stromspeicher.

Bei der Leistung von Solarzellen pro Kopf hat der Kanton Zürich grossen Aufholbedarf. Er liegt weit hinter dem Schweizer Mittelwert.
Bei der Leistung von Solarzellen pro Kopf hat der Kanton Zürich grossen Aufholbedarf. Er liegt weit hinter dem Schweizer Mittelwert.
Foto: Urs Jaudas

Die knappe Mehrheit im Zürcher Kantonsrat macht ihr Wahlversprechen wahr: Die 94 Mitglieder – von 180 – aus SP, GLP, Grünen, EVP und AL haben erneut zwei ehrgeizige Klima-Motionen eingereicht. So fordert Erstunterzeichner David Galeuchet (Grüne), das Potenzial einheimischer Solarenergie besser zu nutzen. Der Kanton Zürich rangiere schweizweit auf dem drittletzten Platz, was die Leistung von Solarzellen pro Einwohner angeht, und weit hinter dem Schweizer Mittelwert. Nun soll der Regierungsrat verpflichtet werden, Investitionen in die Erzeugung von Solarstrom «deutlich zu steigern».

Als industrialisiertes Land mit hohem Wohlstand müssten die Schweiz – und der Kanton Zürich – ihre Verantwortung gegenüber den anderen Staaten wahrnehmen und ihre CO₂-Emissionen bereits bis 2040 auf netto null senken, schreiben die Initianten. Das Pariser Abkommen geht von 2050 aus. Neben der Wasserkraft müsse die Fotovoltaik die wichtigste einheimische Stromquelle werden. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Technologien – etwa Wind – sei die Solarenergie «in der Bevölkerung breit akzeptiert».

Zudem falle beim Bau von Solaranlagen ein grosser Teil der Wertschöpfung lokal an. Unter anderem fordert die Motion, die im Kantonsrat eine Mehrheit haben dürfte, Ausschreibungen für grosse Fotovoltaik-Anlagen, Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb sowie eine Quotenregelung für Schweizer Solarstrom im Zürcher Strommix.

Mehr und bessere Stromspeicher

Viele alternative Energiequellen generierten Strom, wenn dieser nicht gebraucht werde – so nützt Solarstrom im Sommer wenig, um Wärmepumpen in einer kalten Winternacht zu betreiben. Mit dem Ausbau einer dezentralen Speicherinfrastruktur sollen Tages- und Wochenschwankungen möglichst lokal ausgeglichen werden, fordert zudem die Klimaallianz in einer Motion von Erstunterzeichner Nicola Siegrist (SP). Energiespeicher auf Quartier- oder Dorfebene haben den Vorteil, dass sie das Stromnetz weniger belasten. Weiterer Effekt: Wenn Speicher über grössere Strecken auf- und wieder entladen werden, fallen die Netzkosten doppelt an.

Technisch gesehen gibt es verschiedene Arten, um Strom zu speichern: chemisch, thermisch oder mechanisch. Dazu gehören Batterien, Pumpspeicher, Druckluftspeicher, Schwungräder, thermische Speicher, die Elektrolyse (Wasserstoff und Methan) oder chemische Speicher wie die Redox-Flow-Batterien.