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Interview über die Fehler der Linken«Die linken Parteien haben ihre frühere Wählerschaft im Stich gelassen»

Sahra Wagenknecht, die nach wie vor bekannteste Politikerin der deutschen Linkspartei, über die Nöte kleiner Leute – und Politiker, die diese Nöte nicht kennen.

«Ja, natürlich sind linke Parteien mitverantwortlich für den Aufstieg des Rechtspopulismus»: Sahra Wagenknecht.
«Ja, natürlich sind linke Parteien mitverantwortlich für den Aufstieg des Rechtspopulismus»: Sahra Wagenknecht.
Foto: Britta Pedersen (DPA, Keystone)

Frau Wagenknecht, Sie haben sich vor anderthalb Jahren aus der ersten Reihe der Linkspartei zurückgezogen. Was machen Sie mit Ihrer neu gewonnenen Zeit?

Ich habe vor allem wieder viel mehr Zeit zum Lesen, zum Nachdenken und um neue Ideen zu entwickeln.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie über den Zustand der Linken nachdenken?

Man muss erst einmal fragen: Was ist links? Was heute als links gilt, hat mit den traditionellen Anliegen linker Politik oft nicht mehr viel zu tun. Statt um soziale Ungleichheit, Armutslöhne und niedrige Renten drehen sich linke Debatten heute oft um Sprachsensibilitäten, Gendersternchen und Lifestyle-Fragen. Diejenigen, für die linke Parteien eigentlich da sein sollten, also die Beschäftigten, die untere Mittelschicht, die Ärmeren, wenden sich deshalb ab. Von Arbeitern und Arbeitslosen werden linke Parteien kaum noch gewählt.

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