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Kolumne zum Zürcher StadtbildDie Poesie von Licht ohne Sicht

Glasbausteine erleben derzeit in der Stadt ein Comeback. Das hat vor allem zwei Gründe.

In den Büros hinter der überhängenden Wand der Gleisarena des Architekturbüros Made in Sàrl (Anfang Zollstrasse) lässt sich wohl gut von der Ferne träumen.
In den Büros hinter der überhängenden Wand der Gleisarena des Architekturbüros Made in Sàrl (Anfang Zollstrasse) lässt sich wohl gut von der Ferne träumen.
Foto: Sabina Bobst

Stadtbild Nr. 56

Was haben bauchfreie Tops und Glasbausteine gemeinsam? Sie sind nach langen Jahren des Verpönens wieder im Zürcher Stadtbild präsent und akzeptiert. In der Architektur ist verspielte Poesie wieder angesagt: Glasbausteine bieten Licht ohne Sicht. Die durch das Pressglas gebrochenen Strahlen erhellen zwar den Raum, Aus- und Einblicke bieten sie aber nicht. Dieser diffusen, rauschartigen Atmosphäre dürfte es zu verdanken sein, dass das Bauelement bis in die 1960er- und 1970er-Jahre in Zürich Mode war. Der Glasbaustein zierte Aussenwände von Treppenhäusern und Badezimmern, dazu zahlreiche Industrie- und Wissenschaftsgebäude. Dann kam der Ölpreisschock und mit ihm die Erkenntnis, dass dieses Bauelement Häuserfassaden zu wenig dämmte. Allenthalben wurden Glasbausteine ersetzt. Doch nun erleben sie in Zürich an Aussenfassaden eine begrüssenswerte Wiederbelebung aus zwei Gründen.

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