Die Schlepper des Todes
Italienische Ermittler haben Drahtzieher der Flüchtlingsüberfahrten im Mittelmeer identifiziert. Mitgeschnittene Telefongespräche dokumentieren Skrupellosigkeit und Zynismus der Menschenschmuggler.
«Mein Amerika habe ich in Libyen gefunden», sagte Ermias Ghermay in einem Telefongespräch. Der 38-jährige Äthiopier, der in Tripolis lebt, zeigte sich begeistert über den Gang seiner Geschäfte, die ihn zu einem sehr reichen Mann gemacht haben. Das Business von Ghermay ist, Flüchtlinge von Libyen nach Europa zu schleusen. Aufgrund von abgehörten Telefongesprächen der italienischen Polizei gilt Ghermay als einer der Chefs der Menschenschmuggler, die für die Libyen-Route verantwortlich sind, wo am letzten Wochenende schätzungsweise 800 Menschen ertranken.















