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Interview mit RNA-Pionier«Die Schweiz braucht eigene Impfstoffe»

Wir hätten das Geld und das Know-how, um mit einer eigenen Impfstoff-Produktion ganz vorne mit dabei zu sein, sagt RNA-Forscher Steve Pascolo. Wie, erklärt er im Interview.

Impfstoff von der deutschen Firma Curevac: Mitgründer Steve Pascolo ist überzeugt, dass die Schweiz schon bald eigene RNA-Impfstoffe entwickeln und produzieren könnte.
Impfstoff von der deutschen Firma Curevac: Mitgründer Steve Pascolo ist überzeugt, dass die Schweiz schon bald eigene RNA-Impfstoffe entwickeln und produzieren könnte.
Foto: EPA/Keystone

Der Bund wurde kritisiert, weil er es vor einigen Monaten ablehnte, beim Pharmazulieferer Lonza zu investieren. Hätte die Schweiz heute mehr Impfstoffdosen, wenn er anders gehandelt hätte?

Ich kenne die Hintergründe nicht. Grundsätzlich sollte die Politik jetzt nach vorne schauen. Was die Herstellung von Impfstoffen betrifft, ist dies allerdings nicht geschehen. Wir sind heute genau gleich weit wie vor einem Jahr. Wenn eine neue Pandemie kommt, werden wir in der Schweiz nach wie vor keinen eigenen Impfstoff herstellen können.

Private Unternehmen können das doch ganz gut.

Es ist wichtig, Unternehmen zu haben, die das machen können. Ich habe früher selbst in der Privatwirtschaft gearbeitet. Wir brauchen diese Firmen, um Medikamente zu entwickeln. In einer Pandemie mit weltweiten Engpässen wäre die Impfstoffproduktion jedoch eigentlich Teil der Landesverteidigung. Wie wir jetzt sehen, ist die Gefahr durch Viren viel grösser als ein militärischer Angriff aus dem Ausland. Die Schweiz braucht jetzt eine staatliche Produktionsanlage für mRNA-Impfstoffe.

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