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EM-Qualifikation der FrauenDie Schweiz schafft den Big Point – mit einer perfekten Torschützin

Ein grosser Schritt Richtung EM 2022: Die Schweiz hält dem Druck stand und bezwingt Belgien dank zwei schönen Distanztreffern 2:1.

Das frühe 1:0 von Malin Gut.
Video: SRF

Wurzeln hat Malin Gut in Nepal, geboren und aufgewachsen ist sie in der Schweiz, Fussball spielen tut sie seit diesem Sommer in England, ihr Herz aber, das dürfte mittlerweile sicher auch ein bisschen Belgien gehören. Anfang Oktober 2018 debütierte sie dort fürs Schweizer Nationalteam, nun, zwei Jahre später erzielt die mittlerweile 20-Jährige gegen den gleichen Gegner ihr erstes Länderspieltor. Und was für eines.

Schliesslich ist es eine wegweisende Partie. Aufgrund des 1:1 vom Freitag gegen Kroatien stehen die Schweizerinnen gehörig unter Druck. Belgien, nach fünf Spielen noch verlustpunktlos, droht in EM-Qualifikationsgruppe H davonzuziehen. Da hilft natürlich ein frühes Tor, um die Nerven etwas zu beruhigen.

Und das gelingt den Schweizerinnen. Durch Gut, die hochtalentierte Mittelfeldspielerin, sonst eher Spielmacherin, die mit einem satten Distanzschuss bereits in der 5. Minute das 1:0 erzielt. «Sehr schön», findet Trainer Nils Nielsen den Schuss seiner Mittelfeldspielerin, die an der Medienkonferenz nach dem 2:1-Sieg noch ein zusätzliches Lob von ihm erhält: «Sie eine wirklich gute Spielerin.»

Lehmann erzielt das 2:0.
Video: SRF

Lehmann trifft nach der Pause

Das Gut-Tor prägt das Spiel, wie sie nach Spielschluss selber erkennt: «Es hat uns gutgetan und half uns, in Ruhe unser Spiel aufzuziehen.» Und tatsächlich, die Schweizerinnen spielen befreit auf, sind in den Startminuten aufsässig, kommen zu guten Offensivaktionen. Ein Beleg dafür kommt nach 14 Minuten, Ramona Bachmanns Flanke findet den Kopf von Ana-Maria Crnogorcevic, diese verpasst das 2:0 nur sehr knapp. Es gefällt Nielsen, wie der Ball in den eigenen Reihen gehalten wird, wie konzentriert seine Spielerinnen auftreten. «Und das über 95 Minuten, vielleicht das erste Mal überhaupt», merkt er an.

Obwohl, eine kleine Baisse kommt nach der Pause. Doch Alisha Lehmann, mitten in der bis dahin besten Phase der Gäste, trifft in der 63. Minute zum 2:0. Wieder ist es ein Distanzschuss, spätestens jetzt sieht Goalie Nicky Evrard alles andere als gut aus. Diesmal allerdings bleibt der positive Effekt des Treffers aus, sieben Minuten später kommen die Belgierinnen zum Anschlusstor.

Nach einem Fehlpass von Lia Wälti traf Tessa Wullaert zum 1:2. Doch mehr gelang den Belgierinnen nicht mehr.
Video: SRF

Wältis Aussetzer sorgt für Spannung

Ausgerechnet der ansonsten starken Lia Wälti unterläuft ein Fehlpass, greift dann überhastet an, sodass Tessa Wullaert völlig freisteht und Gaelle Thalmann mit einem wuchtigen Schuss bezwingt. «Diesen Ball darf ich niemals spielen», findet Wälti, die wegen der Verletzung von Viola Calligaris in die Innenverteidigung rückte, und schiebt nach: «Heute haben uns die Jungen gerettet.» Ihr Trainer sieht das freilich anders, kürt Captain Wälti, ansonsten im zentralen Mittelfeld zuhause, gar zur besten Spielerin der Partie.

Wältis Aussetzer aber, er sorgt dafür, dass die Schweizerinnen 20 Minuten zittern müssen. Die Nervosität, sie ist spür- und von den Schweizer Ersatzspielerinnen gut hörbar. Sie feiern in der Nachspielzeit jede gelungene Aktion frenetisch, beispielsweise ein weggespitzelter Ball der eingewechselten Irina Pando, tief in der gegnerischen Platzhälfte. Der grösste Jubel aber, der folgt dann Sekunden später mit dem Schlusspfiff. Dank dem Sieg übernehmen die Schweizerinnen die Tabellenführung. Belgien bleibt Gut also weiterhin in bester Erinnerung.

Durch den Sieg haben die Schweizerinnen gute Chancen auf die direkte EM-Qualifikation.
Durch den Sieg haben die Schweizerinnen gute Chancen auf die direkte EM-Qualifikation.
Foto: Peter Schneider (Keystone)
4 Kommentare
    Hansruedi Balschbacher

    Die Politische Korrektheit treibt immer bizzarrere Blüten und führt dazu, dass man das Spiel als den üblichen Grottenkick im Frauenfussball bezeichnen darf.