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Analyse zur R-Wert-DebatteDie Schweiz steht schlecht da – egal, was der R-Wert besagt

Es war ein Fehler, dass der Bund den hohen R-Wert als zentrales Argument für den Teil-Lockdown ins Spiel gebracht hat. Nötig waren, sind und bleiben die strengen Massnahmen trotzdem.

Zwischenzeitlich war kaum noch Platz für Leichen: Ende November meldeten Bestattungsinstitute aus dem Kanton Genf, dass sie überlastet sind.
Zwischenzeitlich war kaum noch Platz für Leichen: Ende November meldeten Bestattungsinstitute aus dem Kanton Genf, dass sie überlastet sind.
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)

Es sind einfach zu viele Tote. Über 7500 Menschen sind in der Schweiz in diesem Jahr bereits wegen Corona gestorben. Gut 80 neue Todesfälle kommen aktuell jeden Tag hinzu. Dieser auch im internationalen Vergleich sehr hohe Wert hat sich seit inzwischen bald zwei Monaten kaum verändert. Und daran wird sich auch nicht so schnell etwas ändern, denn die Zahl der Menschen, die sich hierzulande jeden Tag neu mit dem Virus infizieren, ist noch immer viel zu gross.

Mit den Massnahmen, die zuerst die Westschweizer Kantone und viel zu spät der Bundesrat für die ganze Schweiz ergriffen haben, ist es zwar gelungen, das exponentielle Wachstum der Neuansteckungen zu brechen. Zur Erinnerung: Anfang November steckten sich in der Schweiz pro Tag fast 10’000 Menschen mit dem Virus an. Derzeit sind es täglich noch rund 3500. Der Kollaps des Gesundheitswesens wurde damit verhindert – bis in den Spitälern aber wieder der Normalzustand einkehren wird, dauert es selbst im besten denkbaren Szenario noch viele Wochen. Die täglichen Fallzahlen müssen dafür noch mindestens zehnmal kleiner werden. Leider haben wir in diesem langen Corona-Jahr erfahren müssen, dass sich die Pandemie meist nicht so entwickelt, wie es die Optimisten erwarten.

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