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Interview zu 5 Jahren Klimaabkommen «Die Schweiz wehrt sich erfolgreich gegen schwache Regeln»

Jubel in Paris über das beschlossene Klimaabkommen 2015: Der französische Staatspräsident François Hollande umarmt die Chefin des UNO-Klimasekretariats Christiana Figueres.

Herr Perrez, als Umweltbotschafter des Bundes sind Sie in der ganzen Welt unterwegs. Die diesjährige UNO-Klimakonferenz wurde um ein Jahr verschoben. Haben Sie im Corona-Jahr Entzugserscheinungen?

Nein, im Gegenteil: Ich konnte lange nicht mehr so viel Zeit daheim mit meiner Familie verbringen. Das letzte physische internationale Klimatreffen fand Anfang März statt, seither sind die Gespräche informell und virtuell weitergelaufen. Eher als Reise-Entzugserscheinungen habe ich eine Videokonferenz-Übersättigung.

Aber Öffentlichkeit wäre doch ein gutes Druckmittel gewesen. Ab 1. Januar gilt das Pariser Klimaabkommen. Und bis Ende Jahr sollten die Vertragsstaaten nochmals ihre Klimaziele verbessern.

Viele Staaten, darunter solche mit grossem CO2-Ausstoss wie die EU und China, haben ihre Ziele verschärft – trotz Corona und weniger öffentlichem Druck. Aber es ist richtig, wir verlieren wegen der Corona-Krise im internationalen Klimaprozess ein Jahr. In diesem Jahr hätten für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens wichtige Umsetzungsregeln verabschiedet werden sollen. Dies müssen wir nun 2021 nachholen. Viele Staaten müssen ihre Kräfte bündeln, um die Pandemie in den Griff zu kriegen. Klimapolitik steht da nicht immer zuoberst auf der Agenda.

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