Die Staatspolitik ist zu träge für den Klimaschutz

Die globalen Emissionen stehen auf einem neuen Höchststand. Die Hoffnung liegt in den Städten und den Unternehmen.

Es muss viel passieren, und das schnell. Rauch steigt über den Dächern des winterlichen Zürichs auf. Foto: Urs Jaudas

Es muss viel passieren, und das schnell. Rauch steigt über den Dächern des winterlichen Zürichs auf. Foto: Urs Jaudas

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Es ist ein Satz im gestern veröffentlichten neuen UNO-Klimabericht, der nachdenklich macht: Es gibt keine Anzeichen, dass der globale Ausstoss der Treibhausgase in den nächsten Jahren den Wendepunkt erreichen wird. Gleichzeitig gibt die UNO bekannt, dass die Klimaziele des Pariser Abkommens nur kostengünstig erfüllbar sind, wenn die Emissionen in den nächsten zehn Jahren um mehr als 7 Prozent jährlich sinken.

Das ist eine Herkulesleistung, die unter der aktuellen politischen Haltung kaum zu schaffen ist. Da hilft auch nicht die Klimajugend, die in den letzten Monaten die Politik weltweit unter Handlungsdruck gesetzt hat.

Vier Jahre nach der historischen Klimakonferenz in Paris gibt es immer noch sieben Staaten innerhalb des Kreises der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer G-20, die noch über keine politischen Instrumente verfügen, um ihre nationalen Klimapläne umzusetzen. Auch in der Schweiz gibt es im Parlament immer noch ein Seilziehen um Paragrafen, um die Klimaziele für 2030 zu erfüllen.

Es wäre aber falsch, nun den Kopf in den Sand zu stecken. 

Es scheint, als hätte man damals in Paris Klimaverpflichtungen festgeschrieben, ohne sich ernsthaft Gedanken über deren Bedeutung zu machen. Zu viele Interessen der reichen und der armen Länder, der Ölstaaten wie Saudiarabien, der Eigenmächtigen in China und den USA und der Erstbetroffenen auf den Pazifikinseln prallen aufeinander. Die jahrzehntelange politische Blockade hat Zeit gekostet, die durch die träge Politik nicht mehr wettzumachen ist.

Es wäre aber falsch, nun den Kopf in den Sand zu stecken. Die Hoffnung liegt in den Städten, den Regionen und den Unternehmen. Gemeint sind etwa London, Oslo, Boston, die bis 2050 die Emissionen auf null senken wollen. Oder Banken wie die Europäische Investment Bank, die keine fossilen Energieprojekte mehr fördern will. Gemeint sind aber auch wir, indem wir Ende Jahr Bilanz ziehen und versuchen, durch veränderten Konsum, klimaschonendes Reisen und Wohnen das persönliche CO2-Budget um mindestens 7 Prozent zu senken.

Erstellt: 26.11.2019, 20:40 Uhr

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