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Kein SaisonabbruchAuf die Fussballer wartet ein gedrängtes Programm

Ab dem 19. Juni werden die restlichen 13 Runden absolviert. Und der Start in die Saison 2020/21 erfolgt bereits am 11./12. September.

Spielen weiter: Der FC St. Gallen und die restlichen Schweizer Proficlubs.
Spielen weiter: Der FC St. Gallen und die restlichen Schweizer Proficlubs.
Keystone/Gian Ehrenzeller

Der Fussball rollt in der Schweiz bald wieder. An der ausserordentlichen Ligaversammlung in Bern beschlossen die Vertreter von Super League und Challenge League, dass die beiden Meisterschaften mit «Geisterspielen» fortgesetzt werden. Dies bestätigt die Swiss Football League (SFL) in einer Mitteilung.

Die Diskussionen in Bern verliefen animiert. Die Befürworter eines Saisonabbruchs, wie er in den Amateur- und Frauenligen bereits Ende April beschlossen wurde, und die Anhänger einer Weiterführung (vor allem Young Boys, Basel, St. Gallen, FC Zürich) erklärten noch einmal ihre Argumente, allerdings lagen die Positionen wie erwartet weit auseinander. «Es war aber eine gute, angenehme und respektvolle Stimmung», sagte Liga-Präsident Heinrich Schifferle, «ich hatte das auch erwartet, wir sind uns das auch gewohnt.» Die Abstimmung ging dann mit 17:2-Stimmen bei einer Enthaltung zugunsten der Fortsetzung aus. Somit kann ab 19. Juni wieder gespielt werden. Neu erlaubt sind wie in anderen Ländern fünf Auswechslungen pro Partie. Das erste Spiel in der Challenge League wird am 19. Juni stattfinden, die letzte der 13 Runden, die nachgeholt werden müssen, ist für den 2. August geplant. «Der Cup wird anschliessend folgen, ebenso die Barragespiele», sagt Claudius Schäfer, der CEO der Liga. Für den Cup zeichnet sich eine Intensivwoche ab, mit folgenden Daten: 5./6. August (Viertelfinals), 8./9. August (Halbfinals), sowie der Final am 12. August, einem Mittwoch.

Deutlich abgelehnt wurde die Modusänderung. 14 Clubs waren für die Beibehaltung der Zehnerliga. Fünf stimmten für Lausannes Antrag, die Super League auf 12 Clubs aufzustocken, zudem enthielt sich ein Verein. Schifferle lobte explizit die Clubvertreter: «Sie waren sehr gut vorbereitet, das ist sonst nicht immer der Fall.»

Der Bundesrat hatte am Mittwoch den Weg für eine Fortsetzung der Meisterschaften freigemacht, als er Veranstaltungen mit maximal 300 Personen per 6. Juni wieder erlaubte. Super League und Challenge League konnten somit an eine Wiederaufnahme der im Februar unterbrochenen Meisterschaften denken.

An den meisten Orten werden Geisterspiele ausgetragen, theoretisch wären aber auch Partien mit sehr wenigen Fans möglich, sagt Schäfer: «Die Clubs könnten Zuschauer zulassen, in einem sehr, sehr eingeschränkten Rahmen.»

Schifferle, der noch vor kurzem die Befürchtung geäussert hatte, einige Clubs könnten diese Krise nicht überleben, ist aus verschiedenen Gründen wieder zuversichtlicher: «Ich kann mir heute vorstellen, dass früher als erwartet wieder mit Zuschauern gespielt werden kann. Zudem bin ich zuversichtlich, dass wir einen Teil der Kurzarbeit weiterführen können.» Die Rückkehr zu Partien mit Zuschauern würde auch bedeuten, dass dann Saisonkarten aktiviert werden können, ebenso die Planung mit den Sponsoren vorangetrieben.

Die nächste Meisterschaft ab dem 11./12. September

Nur kurz wäre dann die Sommerpause. Der Start in die neue Meisterschaft wäre für den 11./12. September geplant, er könnte aber auch etwas früher erfolgen: «Das wäre dann möglich, wenn das internationale Fenster vorher nicht gebraucht würde», sagt Schäfer. Weil im Sommer 2021 auch noch die Euro ausgetragen wird, wäre der Terminkalender dann erneut chargiert. «Die Winterpause wäre sicher auch kürzer als bisher», sagt Schäfer.

11 Kommentare
    Per Holund

    Die Fussballer wälzen sich schon wieder, bevor sie zu spielen begonnenen haben. 3 Spiele in einer Woche, das ist doch kein Problem. Für was besteht dann ein Kader aus ca. 20 Spielern?