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Kolumne von Markus SommDie Verdunkelung des Donald Trump

Gerade beim früheren US-Präsidenten sehen die meisten Medien nur, was sie gerne sehen möchten – und erzählen deshalb auch immer wieder Unsinn.

Keine Liebesbeziehung: Der damalige US-Präsident Donald Trump hält triumphierend die «Washington Post» hoch, die über seinen Freispruch nach dem ersten Impeachment berichtet (6. Februar 2020).
Keine Liebesbeziehung: Der damalige US-Präsident Donald Trump hält triumphierend die «Washington Post» hoch, die über seinen Freispruch nach dem ersten Impeachment berichtet (6. Februar 2020).
Foto: Oliver Contreras (EPA, Keystone)

Im Dezember 2020, er hatte die Wahlen schon verloren, machte Donald Trump in Georgia Druck. Er rief eine Chefbeamtin im Innenministerium dieses Bundesstaates an, deren Aufgabe es war, vermeintliche Unregelmässigkeiten bei der Auszählung der Stimmen zu untersuchen: «Finden Sie den Wahlbetrug!», donnerte der Präsident von Amerika, und wenn ihr das gelinge, schmeichelte er, dann werde sie zur «nationalen Heldin». Trump at his best and his worst, Trump, der Meister von Zuckerbrot und Peitsche. Als einige Wochen später diese Konversation bekannt wurde, herrschte betretenes Schweigen bei den Republikanern und eine Stimmung des Wussten-wir-es-doch-er-ist-ein-Faschist bei den Demokraten. Es war ein Scoop der «Washington Post»: Sie, eine der grossen Zeitungen des Landes und wie fast alle Medien den Demokraten nahestehend, hatte als Erste über dieses Telefongespräch berichtet; dabei stützte sie sich auf einen Informanten, «der mit dem Anruf vertraut war und nur unter der Bedingung mit uns sprach, dass er anonym bleibe, was wegen der Brisanz des Gesprächs nötig erschien».

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