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Menschliche AnatomieDie vergessene Lust der Frau

Anatomiebücher zeigen kleinste Details des menschlichen Körpers. Wenn es aber um das weibliche Geschlecht geht, sind die Abbildungen nach wie vor oft vage oder falsch. Eine Geschichte von Ignoranz, Unterdrückung und Verwirrung.

«Instant Pleasure» heisst diese Skulptur von Mathias Pfund. Sie stellt eine Klitoris dar und ist über zwei Meter hoch. Im September 2017 wurde sie auf einem Kreisel in Neuenburg gezeigt.
«Instant Pleasure» heisst diese Skulptur von Mathias Pfund. Sie stellt eine Klitoris dar und ist über zwei Meter hoch. Im September 2017 wurde sie auf einem Kreisel in Neuenburg gezeigt.
Foto: Margot Roth (Keystone)

In einem Seziersaal, dort, wo Anatomen seit Jahrhunderten den menschlichen Körper erforschen, arbeitet im Süden Australiens Ende der 1990er-Jahre eine junge Medizinerin. Sie hat gerade ihre Ausbildung zur Urologin an der Universität Melbourne abgeschlossen als erste Frau des Landes in einem männerdominierten Fach. Tagelang hing sie für die Vorbereitung auf ihr Examen über Büchern; auch, um die Anatomie der Harnwege und der Geschlechtsorgane zu lernen. Dabei fiel ihr etwas auf, das all den Männern vor ihr offenbar entgangen sein muss: Die Bücher zeigen auf vielen Seiten im Detail die Anatomie des Penis, die dazugehörige Nerven, Blutgefässe, Faszien. Die Darstellungen des weiblichen Lustorgans aber, der Klitoris, sind unvollständig, falsch oft fehlen sie ganz.

Nun will die junge Frau, ausgerüstet mit Kamera, Skalpell und Pinzette, das nachholen. Zehn Frauenleichen seziert sie und fotografiert die Strukturen des weiblichen Genitaltrakts, Vagina und Vulva, Nerven, Blutgefässe und die Klitoris. Später schiebt sie gesunde Frauen in eine MRT-Röhre, um diese Organe auch am lebenden Menschen zu untersuchen. Ihre Ergebnisse veröffentlichte sie im Journal of Urology: Der kleine Knopf, als jener die Klitoris oft dargestellt wird, ist nur die sichtbare Klitoriseichel mit Vorhaut und Kapuze. Sie setzt sich im Becken fort, in den meist um die zehn Zentimeter langen Klitoriskörper und zwei geschwungene Klitorisschenkel links und rechts, abgestützt auf je einem an Harnröhre und Vagina grenzenden Vorhofschwellkörper.

Was die weibliche Anatomie angeht, scheint Stillstand zu herrschen

Fachgesellschaften überhäufen sie für diese Arbeit mit Preisen, Zeitungsartikel feiern die junge Frau: «Ihre Arbeit erzwingt eine Neuschreibung der Anatomiebücher und ein Umdenken in den medizinischen Berufen», schreibt etwa die BBC.

Heute, ein knappes Vierteljahrhundert später, ist Helen O'Connell Professorin für Urologie an der Universität Melbourne. Sie sagt: «Es ist interessant zu sehen, was zum Fortschritt wird.» Denn noch immer lernen Studentinnen und Studenten aus Anatomie- und Chirurgiebüchern, in denen ausführliche Darstellungen der Klitoris und ihrer Nerven fehlen. Was die weibliche Anatomie angeht, scheint Stillstand zu herrschen. Wie ist das zu erklären?

Geht es um die weiblichen Geschlechtsorgane, beginnt die Verwirrung oft schon bei den Begrifflichkeiten: Die Vagina bezeichnet nur die Verbindung vom Scheideneingang zum Muttermund und eben nicht die äusseren Geschlechtsorgane, wie oft fälschlicherweise angenommen. Der anatomisch korrekte Begriff hierfür lautet Vulva dazu gehören Schamlippen, Venushügel und eben jener kleine Teil der Klitoris, der von aussen zu sehen ist.

Das Lustorgan der Frau in Fachbüchern zu ignorieren oder aber nur den sichtbaren Part dazustellen, trotz besseren Wissens, hat in der Anatomie Tradition. Denn was Helen O'Connell in ihrer Studie herausfand, bestätigt zwei Jahrhunderte altes Wissen: Bereits im Jahr 1844 untersucht der deutsche Anatom Georg Ludwig Kobelt die weiblichen «Wollustorgane», wie er sie nannte. Seine detaillierten Zeichnungen der Klitoris und ihrer Blut- und Nervenversorgung gelten bis heute als Meisterleistung.

Seitdem ist das Wissen über die Strukturen der Klitoris eigentlich vorhanden. Schon damals hätten Kobelts Erkenntnisse die Sicht der Anatomie auf das weibliche Lustorgan revolutionieren können, doch ihm passierte damals das Gleiche wie später Helen O'Connell: Seine Erkenntnisse schafften es kaum aus dem Seziersaal hinaus. Im Gegenteil, in einer im Jahr 1901 aktualisierten Auflage des wichtigsten Anatomieatlanten, «Gray's Anatomy», verschwindet sogar eine Abbildung, welche die Klitoris noch als kleiner Punkt im Querschnitt darstellt.

Das dokumentierten die Soziologinnen Adele Clarke und Lisa Jean Moore in einer umfassenden Untersuchung. Die Klitoris passt nicht ins viktorianische Zeitalter, in dem Frauen die Rolle der Hausfrau und Mutter bestimmt ist. Im Fokus stehen Fortpflanzung und Reproduktion, die Gebärmutter gilt als entscheidendes weibliches Sexualorgan. Die dafür vermeintlich unbedeutende Lust der Frau und damit auch die Klitoris sehen Mediziner zu dieser Zeit als überflüssig, wenn nicht sogar als krankhaft und gefährlich an.

Entscheidend zu dieser Sichtweise trägt der Psychoanalytiker Sigmund Freud bei: Er unterscheidet in der von ihm verfassten Sexualtheorie klitorale und vaginale Sexualität und postuliert, nur letztere sei die erwachsene und gesunde. Für eine erfolgreiche Sexualentwicklung, also der Reifung vom Kind zur Frau, sei daher der Wechsel der erogenen Zone weg von der Klitoris hin zur Vagina notwendig. Ihren Höhepunkt findet dieses Denken in der vom englischen Gynäkologen Isaac Brown entwickelte Entfernung der Klitoris, der Klitoridektomie: Sie gilt als Therapie für die als pervers betrachtete Selbstbefriedigung, für die Nymphomanie, für jede Art der sogenannten weiblichen «Hysterie».

Diese Therapie spielt in Europa und den USA heute keine Rolle mehr. Doch noch immer gilt die Vagina als weibliche Entsprechung des Penis, die Klitoris hingegen bleibt als uninteressantes Forschungsobjekt aus Aufklärungs- und Anatomiebüchern weitgehend verbannt. Dabei arbeiten Wissenschaftler und Aktivisten schon seit Jahrzehnten an der Rehabilitation dieses Organs. Doch die grossen Anatomieatlanten, aus denen noch immer Millionen Medizinstudenten weltweit lernen, erreichen bis heute nicht das Niveau von Georg Ludwig Kobelts Zeichnungen.

«Die Geschichte der Klitoris ist eine Parabel der Kultur» mit diesem Satz endet Helen O'Connell ihre Forschungsstudie. Für sie ist klar: Viele Neuauflagen der Bücher übernehmen immer wieder die Inhalte der vorherigen Ausgaben ohne kritische Prüfung.

Die Klitoris in «Gray’s Anatomy»

1887 – Nach Kobelts Vorbild: In dieser Ausgabe des 1858 erstmals erschienenen Anatomieatlanten – benannt nach dem Herausgeber dem Anatom Henry Gray, illustriert von Henry Vandyke Carter – stimmt die Darstellung der Klitoris im Querschnitt des weiblichen Beckens weitgehend mit dem überein, was Georg Ludwig Kobelt vier Jahrzehnte zuvor entdeckt hatte: Die von aussen sichtbare Klitoriseichel und der verborgen liegende Klitorisk.rper sind eingezeichnet, die Klitorisschenkel zumindest angedeutet.
1887 – Nach Kobelts Vorbild: In dieser Ausgabe des 1858 erstmals erschienenen Anatomieatlanten – benannt nach dem Herausgeber dem Anatom Henry Gray, illustriert von Henry Vandyke Carter – stimmt die Darstellung der Klitoris im Querschnitt des weiblichen Beckens weitgehend mit dem überein, was Georg Ludwig Kobelt vier Jahrzehnte zuvor entdeckt hatte: Die von aussen sichtbare Klitoriseichel und der verborgen liegende Klitorisk.rper sind eingezeichnet, die Klitorisschenkel zumindest angedeutet.
1901 Ein kleiner Knopf: Vagina und Uterus bleiben, das Lustorgan schrumpft: Zu Anfang des 20. Jahrhunderts ist im Standardwerk der Anatomie von der ursprünglichen Darstellung der Klitoris im Querschnitt nur noch eine kleine Vorwölbung geblieben. Diese entspricht in etwa dem Teil des Organs, der auch von aussen sichtbar ist. Die anatomisch korrekte Grösse und Form der Klitoris sind nicht mehr erkennbar.
1901 Ein kleiner Knopf: Vagina und Uterus bleiben, das Lustorgan schrumpft: Zu Anfang des 20. Jahrhunderts ist im Standardwerk der Anatomie von der ursprünglichen Darstellung der Klitoris im Querschnitt nur noch eine kleine Vorwölbung geblieben. Diese entspricht in etwa dem Teil des Organs, der auch von aussen sichtbar ist. Die anatomisch korrekte Grösse und Form der Klitoris sind nicht mehr erkennbar.
1913 – Keine Spur Sogar die kleine, als Klitoris beschriftete Beule aus der vorherigen Ausgabe ist verschwunden. Stattdessen fehlt in der dieser Ausgabe des Anatomieatlanten in der entsprechenden Abbildung des weiblichen Beckens jeglicher Hinweis auf das weibliche Lustorgan. Zum Vergleich: Ausführliche Darstellungen des Penis finden Medizinstudenten und Ärzte in dieser Ausgabe von «Gray’s Anatomy» hingegen weiterhin.
1913 – Keine Spur Sogar die kleine, als Klitoris beschriftete Beule aus der vorherigen Ausgabe ist verschwunden. Stattdessen fehlt in der dieser Ausgabe des Anatomieatlanten in der entsprechenden Abbildung des weiblichen Beckens jeglicher Hinweis auf das weibliche Lustorgan. Zum Vergleich: Ausführliche Darstellungen des Penis finden Medizinstudenten und Ärzte in dieser Ausgabe von «Gray’s Anatomy» hingegen weiterhin.
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Diese Beobachtung machte auch der Schweizer Biologe Daniel Haag-Wackernagel, als er mit der Erforschung des weiblichen Lustorgans beginnt. Für einen Vortrag über die Lustorgane bei Schimpansen durchforstete er die Anatomiebücher nach Darstellungen der Lustorgane der Tiere und zum Vergleich auch von denen der Menschen. Männliche Geschlechtsorgane des Schimpansen und des Menschen findet er ohne Probleme. Doch die Suche nach Abbildungen der weiblichen Lustorgane gestaltet sich schwierig. Erst in der Bibliothek des Baseler Anatomischen Instituts stösst er auf korrekte, detailgetreue Abbildungen - auf die Arbeiten von Kobelt aus dem Jahr 1844.

Es hat in der Anatomie lange Tradition, das Lustorgan der Frau in Fachbüchern zu ignorierenSeitdem hat Daniel Haag-Wackernagel Abbildungen und Klitoris-Modelle gesammelt, in seinem Bücherregal stehen sie zwischen dicken Anatomiebüchern. Inzwischen hat er daraus ein 3-D-Modell entwickelt, das die für die weibliche Lust zuständigen Strukturen zeigt in seiner freien Zeit als emeritierter Professor. Forschungsgelder hätte er für diese Arbeit wohl nicht bekommen, ist er überzeugt: Zu gering ist das Interesse an dem Thema. Denn selbst eine so nüchterne, deskriptiv erscheinende Wissenschaft wie die Anatomie ist geprägt von «kulturellen und soziale Gegebenheiten und Machtstrukturen», wie Adele Clarke und Lisa Jean Moore in ihrer Forschungsarbeit schreiben.

Keine Hinweise für die Existenz des G-Punkts

Die beiden Soziologinnen sowie Haag-Wackernagel und O'Connell sind sich einig: Es ist als gesellschaftliches Phänomen zu verstehen, dass die weiblichen Geschlechtsorgane in der Anatomie so viel Missachtung erfahren. Wenn man Helen O'Connell fragt, ob Mediziner wie Laien über die weiblichen Geschlechtsorgane ausreichend viel wissen, lacht die Urologin. «Es gibt noch enorm viel zu erforschen», sagt sie. Daniel Haag-Wackernagel holt als Antwort ein weiteres Modell aus dem Bücherregal hinter sich. Darauf eingezeichnet: kleine goldene Punkte kaum erforschte, kleine Sensoren, die in der Haut der Klitoriseichel und -vorhaut sowie den kleinen Schamlippen sitzen. Bei Vibration oder Berührung leiten sie Lustsignale ans Gehirn weiter.

Die Liste der Strukturen im weiblichen Genitaltrakt, über die bisher auffallend wenig bekannt sind, liesse sich wohl mühelos weiter fortsetzen oftmals verbunden mit einer gesellschaftlichen Debatte, wie etwa über den berühmten G-Punkt. Helen O'Connell untersuchte das vaginale Gewebe im Jahr 2017 auf einen solchen Ort und fand keine Hinweise für die Existenz eines Lustpunkts. Ein weiteres Beispiel ist der Streit darüber, ob der von Freud postulierte Vaginalorgasmus am Ende doch nur ein Mythos - und die Klitoris das einzig entscheidende Lustorgan ist, das einen Orgasmus hervorrufen kann.

Häufig geht es in der wissenschaftlichen Debatte dazu um anatomische Strukturen, die analog zum Mann bei der Frau existieren: «Wir sind als Geschlechter nicht so weit auseinander», sagt Daniel Haag-Wackernagel. Alle als typisch weiblich oder typisch männlich verstandenen Strukturen kommen jeweils auch beim anderen Geschlecht vor, sagt der Biologe.

Details der weiblichen Ejakulation sind bis heute kaum untersucht

Bei Männern etwa findet sich eine Entsprechung der Vagina innerhalb der Prostata. Die wiederum lässt sich auch bei Frauen finden eine Ansammlung von Drüsengewebe um die Harnröhre, die im Anatomieunterricht oft nicht einmal erwähnt wird, obwohl sie für die weibliche Ejakulation verantwortlich ist: Bei manchen Frauen sondern diese Drüsen beim Orgasmus milchige Flüssigkeit ab. Das Sekret enthält wie das männliche Pendant spezifische Prostata-Antigene. Das, sagt Haag-Wackernagel, wüssten Forscher eigentlich seit der Antike. Trotzdem sind Details der weiblichen Ejakulation bis heute kaum untersucht.

Lange Zeit wurden Sexualstörungen nach Operationen bei der Frau als Kollateralschaden hingenommenDabei wäre es mit modernen Methoden gut möglich, diese Forschungslücken aufzuholen. «Mit MRTs und Ultraschallgeräten können wir die Anatomie inzwischen an lebenden Probandinnen studieren», sagt Helen O'Connell. Doch der blinde Fleck bleibt. Und das wiederum hat Folgen. «Anatomie ist eine Grundlagenwissenschaft für viele andere medizinische Disziplinen», sagt Helen O'Connell. Disziplinen, denen dieses Basiswissen über die weiblichen Geschlechtsorgane dann fehlt.

Eine davon ist die Chirurgie. Denn viele Nerven im weiblichen Unterleib können bei Operationen verletzt werden etwa bei Eingriffen an der Harnröhre, am Beckenboden oder an der Gebärmutter. «Im Becken liegt alles sehr eng beieinander», sagt Ricarda Bauer, Professorin für Urologie am Universitätsklinikum München. Fehlt es Chirurgen aber an genauer Kenntnis der Nervenverläufe der weiblichen Genitalien, arbeiten sie womöglich im Ungewissen. Bei Operationen beschädigte oder durchtrennte Nerven können dann im schlimmsten Fall bedeuten, dass eine Frau keine Erregung mehr verspürt oder nicht mehr zum Orgasmus kommen kann.

Viele Kollegen fragen noch immer die Frau nach einer Operation nicht nach sexuellen Funktionen

Ricarda Bauer, Uniklinikum München

Tatsächlich wurden Sexualstörungen nach Operationen bei der Frau lange Zeit als Kollateralschaden hingenommen, sagt Ricarda Bauer. Und anders als beim Mann, wo das Abfragen von Erektionsstörungen nach einem Eingriff routinemässig geschieht, «fragen viele Kollegen noch immer die Frau nach einer Operation nicht nach sexuellen Funktionen».

Doch die Chirurgen sind mit fehlendem Wissen nicht alleine. Es sind auffällig viele Gynäkologen, Psychologen und Sexualtherapeuten, die Daniel Haag-Wackernagels Workshop zur Anatomie der weiblichen Lustorgane besuchen. Viele von ihnen behandeln Lust- und Erregungsstörungen der Frau, ohne genug über die dafür zuständigen Organe gelernt zu haben. Und die hohe Zahl an Frauen, die unter solchen Beschwerden leiden vermutlich jede zweite Frau , lässt vermuten, dass nicht immer eine psychologische, sondern manchmal auch bislang unbekannte körperliche Ursache dahinter stecken könnte.

Jungen Menschen fehlt das Wissen über ihren eigenen Körper

Und abseits der Operationssäle und Sprechstundenzimmer fehlt insbesondere jungen Menschen das Wissen über ihren eigenen Körper und das ihrer Sexualpartnerinnen. Denn Details zu Geschlechtsorganen der Frau, die in den Fachlehrbüchern fehlen, tauchen auch in den Biologie- und Aufklärungsbüchern nicht mehr auf. Lehrern mangelt es an geeignetem Lehrmaterial, sagt Haag- Wackernagel. Im Sexualkunde-Unterricht geht es dann um den Penis, die Vagina und die Gebärmutter; nicht aber um die Klitoris und damit auch nicht um die weibliche Lust. Sie bleibt ein Tabuthema und die Forschung lässt es lieber unangetastet. «Es muss eine grosse Veränderung geben», sagt Helen O'Connell.

Einen Anfang könnte eine Art Gegenzensur der Literatur machen, wie Daniel Haag-Wackernagel sie fordert: keine Lehrbücher mehr ohne eine vernünftige Darstellung der Klitoris. Immerhin, sagt der Schweizer Biologe, nehme die Qualität der Abbildungen in den grossen Anatomiewerken nach all den Jahren wieder zu. Und auch in Kunst und Kultur wird das Organ immer präsenter, im Internet finden sich Backförmchen und Kettenanhänger in Vulvaform. «Nach 2000 Jahren Dominanz des Phallussymbols», sagt Haag-Wackernagel, «ist es an der Zeit, die Klitoris bekannter zu machen.»