Die vielen Gesichter des Silvesterlaufs

Gut 24'500 Läuferinnen und Läufer starten am Traditionsevent in der Zürcher City – ein Rekord an Klassierten liegt in der Luft. Je gemütlicher die Kategorie, desto weiblicher ist sie.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat die Laufkategorien analysiert und hinsichtlich des Geschlechteranteils visualisiert. Grafiken: Marina Bräm/Vanessa Mistric

Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat die Laufkategorien analysiert und hinsichtlich des Geschlechteranteils visualisiert. Grafiken: Marina Bräm/Vanessa Mistric

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Zwischen zwei Shopping-Sonntagen ­gehört die Zürcher City morgen den Läufern. Und wenn über 24'500 das Limmatquai, die Bahnhofstrasse und den Rennweg fluten, spricht Bruno ­La­- franchi, OK-Präsident des Silvesterlaufs, nicht mehr von einem Volkslauf, sondern von einem laufenden Volksfest. Eines, an dem auch die Elite um Vorjahressieger Tadesse Abraham und Marathonrekordhalterin Maja Neuenschwander ihre Rennen austrägt (ab 13.25 Uhr).

Nicht aber die Profiläufer prägen die unzähligen Gesichter der Veranstaltung, sondern die Masse, die von morgens 11 bis abends 19 Uhr startet, läuft, walkt, sprintet und sich von den Zuschauern über die kürzeren oder längeren Distanzen antreiben lässt. Über Mittag ist es ein kindlich junges, am Nachmittag ein ambitioniert wettkampforientiertes ­Gesicht, und je älter der Tag und gemütlicher die Ausrichtung der Kategorie, desto weiblicher wird der Lauf.

Infografik: Zwischen Genuss und Leistungslauf Grafik vergrössern

Und die Frauen holen auf. Bereits sind gut 45 Prozent der Startenden weiblich – Tendenz steigend. Betrachtet man die fünf Kategorien, in denen Frauen und Männer als Einzelläufer gemäss verschiedenen Zeitvorgaben unterwegs sind, sind markante Unterschiede auszu­machen: In der Run-for-Fun-Kategorie, in der keine Rangliste erstellt wird, sind die Frauen mit 61,8 Prozent klar in der Mehrheit. Ganz im Gegensatz zur Züri-Fit-Klasse am anderen Ende der Skala, wo sie mit 14,3 Prozent eine fast verschwindende Minderheit sind. Da wird rasanter gelaufen und ist schon das kleinste Gedränge ein Ärgernis.

Infografik: Das Kategorienranking Grafik vergrössern

Die Zahlen lassen den Schluss zu, dass unter den Frauen mehr Genuss- als Wettkampfläuferinnen sind, und es sich bei den Männern gerade umgekehrt ­verhält. Lafranchi sagt: «Bei den Frauen herrscht der Fitnessgedanke vor, sie laufen, weil es eine praktische Sportart ist, die man überall und tags wie nachts ausüben kann.» Entgegengekommen sei ­ihnen, dass vor Jahren von Alters- auf Stärkeklassen umgestellt wurde. Wenig ­motivierend für die Frauen war früher, dass sie in den Alterskategorien zum grossen Teil in der zweiten Hälfte oder am Schluss der Gruppe ins Ziel liefen. Anders, wenn nach Stärken ein­geteilt wird: So sind alle in der Premium-­Kategorie fähig, die 9,8-km-Strecke in 45 bis 54 Minuten zurückzulegen.

Bei den Leistungsorientierten macht Lafranchi ebenfalls grosse Unterschiede zwischen Frauen und Männern aus. «Frauen gehen einen Wettkampf anders an. Sie informieren sich, bereiten sich vor und unterschätzen sich oft, während Männer einfach starten, dreinschiessen und sich überschätzen.» Auch dies wird morgen ein Gesicht des Laufs sein.

Erstellt: 08.12.2017, 22:51 Uhr

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