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10. Jahrestag der ReaktorkatastropheDie wahren Ursachen für Fukushima

Ein starkes Erdbeben und der folgende Tsunami haben den schweren Reaktorunfall zwar ausgelöst, doch die eigentlichen Gründe liegen tiefer. Für die Kernkraft stellt sich nun eine entscheidende Frage.

Nach dem schweren Reaktorunfall im März 2011 steigt über dem zerstörten Block 3 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi Rauch auf.
Nach dem schweren Reaktorunfall im März 2011 steigt über dem zerstörten Block 3 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi Rauch auf.
Foto: Keystone

Entgegen der weitverbreiteten Sichtweise wurde die Reaktorkatastrophe von Fukushima nicht durch ein Naturereignis verursacht. Erdbeben und Tsunami haben den schweren Unfall allenfalls ausgelöst. Die eigentliche Ursache liegt tiefer. Um diese zu verstehen, braucht es zunächst eine kurze Rekonstruktion der Ereignisse.

Am 11. März 2011 um 14.46 Uhr Ortszeit ereignete sich vor der Ostküste der Insel Honshu das schwerste Beben in Japan seit Beginn der Aufzeichnungen. An Land waren die Erschütterungen noch so stark, dass Strommasten knickten und die externe Stromversorgung unter anderem am Standort des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi ausfiel. Das löste eine schnelle Abschaltung der Reaktorblöcke aus – zunächst nach Plan. «Die Operateure fanden nach den Erdstössen eine so weit intakte Anlage vor», sagt Horst-Michael Prasser, seit kurzem emeritierter Professor für Kernenergiesysteme der ETH Zürich. «Sie konnten beginnen, die Anlage wie bei einer normalen Abschaltung langsam in den kalten abgeschalteten Zustand zu fahren.»

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