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Ehre für «Köbi National»Die Witwe des Fussballers will Kuhn in Bronze

Auf der Fritschiwiese, wo der ehemalige Nationaltrainer selbst als Bub die ersten Bälle geschossen hat, soll eine Statue in Lebensgrösse stehen.

Die Fritschiwiese war sein zweites Zuhause: Der ehemalige Schweizer Nationaltrainer Jakob «Köbi» Kuhn posierte bei einem Abschiedsanlass zu seinen Ehren mit einem Köbi aus Karon auf der Wiese im Kreis 3.
Die Fritschiwiese war sein zweites Zuhause: Der ehemalige Schweizer Nationaltrainer Jakob «Köbi» Kuhn posierte bei einem Abschiedsanlass zu seinen Ehren mit einem Köbi aus Karon auf der Wiese im Kreis 3.
Bild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella

Jadwiga Kuhn, die Frau des im November verstorbenen Fussballers Köbi Kuhn, will auf der Fritschiwiese in Zürich ein Denkmal für ihren Gatten errichten lassen. «Das ist der richtige Ort», sagt sie zur NZZ. Der FCZ-Spieler und spätere Trainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft wuchs direkt neben der Wiese auf und spielte hier schon als kleiner Bub mit den Jungen aus der Nachbarschaft.

Es solle eine Bronzestatue in Lebensgrösse werden: 1,70 Meter hoch also. Hinzu käme ein Podest von 1,80 Metern Höhe, wenn es nach dem Willen der Wittwe geht. Notfalls berappe sie die Statue selbst, schreibt die NZZ. Der polnische Bildhauer und Bekannte der Kuhns, Tomasz Rodzinski, habe bereits Entwürfe erstellt. Der Künstler hat bereits eine Büste zu Kuhns 70. Geburtstags kreiert.

Stadt prüft «permanente Würdigung» Kuhns

Mit ihrer Idee sei Jadwiga Kuhn bereits mehrmals bei der Stadtverwaltung vorstellig geworden. Es sei alles nicht so einfach, wie sie sich vorstelle, hiess es da. Im Mai wurde im Zürcher Stadtparlament ein Postulat von SP und SVP überwiesen, das eine «permanente Würdigung» Kuhns fordert. Das Präsidialdepartement prüft derzeit, wie und wo dies möglich wäre. Es sei noch zu früh, um zu konkreten Ideen Stellung zu nehmen. Man stehe wirklich erst «ganz am Anfang des Prozesses»

«Irgendein komischer Stein löst keine Emotionen aus. Man muss Köbi spüren können.»

Jadwiga Kuhn

Für Kuhns Witwe muss es eine Statue sein. «Irgendein komischer Stein löst doch keine Emotionen aus», sagt sie zur NZZ. Man müsse Köbi spüren können. Deshalb will sie eine Bronzestatue, die man berühren kann. Einer, der ihr Anliegen unterstützt, ist Albert Kesseli. Er war wie Köbi Kuhn Fussballprofi und wie er aktiv im Verein Jugendkultur Ofenhalle, der sich für das Miteinander der Generationen im Quartier einsetzt. «Die Verbundenheit Köbis mit der lokalen Umgebung zeichnete ihn aus», sagt Kesseli. Es wäre sicher in Kuhns Sinn gewesen, wenn auf der Wiese ein «bescheidenes Denkmal» für ihn erstellt würde. «Die Fritschiwiese war sein zweites Zuhause.»

Ein Bild aus glücklichen Zeiten: Köbi Kuhn mit seiner zweiten Frau Jadwiga.
Ein Bild aus glücklichen Zeiten: Köbi Kuhn mit seiner zweiten Frau Jadwiga.
Bild: KEYSTONE/Georgios Kefalas

Sollte es mit der Statue nicht klappen, hat Kuhns Witwe noch eine weitere Idee: «Warum nicht die Fritschiwiese zur Köbi-Kuhn-Wiese umtaufen? Das wäre doch auch eine schöne Sache.»

tif