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National LeagueDie ZSC Lions zittern sich zur Leaderposition

Glanzlos, aber verdient kommen die Zürcher zum vierten Sieg in Serie. Das 2:1 gegen die SCL Tigers fällt zu knapp aus, im Finish wird es noch spannend.

Jubel bei den ZSC Lions: Krüger (links) und Pettersson (rechts) herzen Sigrist, den Schützen des 2:0.
Jubel bei den ZSC Lions: Krüger (links) und Pettersson (rechts) herzen Sigrist, den Schützen des 2:0.
Foto: Marc Schumacher (freshfocus)

Schafft er es endlich oder doch wieder nicht? Die Frage, ob Roman Wick endlich seinen ersten Skorerpunkt der Saison erzielt, war im zweiten Drittel die spannendste. Zuerst scheiterte der elegante Flügel zweimal in der gleichen Aktion an Ivars Punnenovs, aber danach musste es doch einfach klappen: Wick drang solo in die Zone ein, mit hohem Tempo, diesmal rettete aber der Pfosten für den Goalie der Emmentaler. Und kurz darauf führte ein Traumpass der Nummer 27 ebenfalls nicht zum Ziel.

Das 2:0 für die Lions fiel dann erst 88 Sekunden vor der zweiten Pause: Justin Sigrist konnte sich alleine vor dem Tor ungehindert den Puck zurechtlegen und versenken, den Pass hatte Marcus Krüger im Fallen per Backhand gegeben. Zwei Tore waren ein viel zu mageres Polster nach zwei Abschnitten angesichts des Schussverhältnisses von 28:10drei Pfostenschüsse von Tim Berni, Wick und Raphael Prassl nicht eingerechnet. Das Skore eröffnet hatte Fredrik Pettersson mit einem Distanzschuss im zweiten Überzahlspiel des Abends (7.). Es war das fünfte Saisontor des Schweden, der immer besser in Fahrt kommt.

Aufgrund der Versäumnisse seiner Vorderleute waren die Fangkünste von Lukas Flüeler bis in den Schlussabschnitt hinein gefragt. Und der Keeper erledigte den unangenehmen Job mit Bravour. Geprüft wurde er nur selten, er war aber ausnahmslos auf dem Posten, wenn er gefragt war, und brachte die Emmentaler mit einigen Paraden für die Highlight-Show zur Verzweiflung. Dass sein Team nach dem Anschlusstreffer von Jules Sturny bis in die Schlusssekunden um den Vollerfolg zittern muss, lag definitiv nicht an ihm. Immerhin: Die Lions sind neuer Leader.

Zu Ehren Simon Schenks

Den berührendsten Moment erlebten die Spieler und handverlesenen Zuschauer vor dem ersten Puckeinwurf. Mit einer Schweigeminute wurde Simon Schenk gedacht, des im Frühling verstorbenen Ur-Emmentalers, der auch die Organisation der ZSC und GCK Lions während knapp zwei Jahrzehnten als Geschäftsführer und Sportchef so nachhaltig geprägt hatte. So mucksmäuschenstill wie in dieser Minute dürfte es im Hallenstadion während einer Veranstaltung kaum je gewesen sein.

Die Zürcher wissen nun auch, dass die Pause über die Weihnachtsfeiertage von kürzerer Dauer sein wird als erhofft. Am Nachmittag wurde der aufgrund der vielen Verschiebungen modifizierte Spielplan für den Rest der Regular Season veröffentlicht. Neu sind für die Lions am 28. Dezember in Bern und am 30. Dezember gegen Biel zwei Partien angesagt, insgesamt wurden 14 ZSC-Spiele bis zum Ende der Qualifikation am 22. März angepasst.