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SCL Tigers – ZSC LionsDie Zürcher am Ende problemlos im Playoff

Es war ganz kurz eine Zitterpartie für den ZSC. Am Ende holten sich die Lions den 5:2-Sieg in Langnau aber problemlos und verdient. Im Playoff wartet nun Lausanne auf die Zürcher.

Zürcher Jubel: Die ZSC-Spieler feiern das wegweisende 2:1 von Verteidiger Maxim Noreau.
Zürcher Jubel: Die ZSC-Spieler feiern das wegweisende 2:1 von Verteidiger Maxim Noreau.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Im Nachhinein gab es nicht viel zu diskutieren. Der Zürcher 5:2-Sieg war genau so klar wie verdient. Er war, angesichts der Stärkeverhältnisse der beiden Teams, aber auch nichts als normal. Doch was war schon normal in der zweiten Saisonhälfte der ZSC Lions? Dass sie in Runde 52 noch auf einen Punktgewinn beim abgeschlagenen Schlusslicht Langnau angewiesen sein würden, um in den Top 6 und damit im direkten Playoff platziert zu sein, hatte wohl kaum jemand im Drehbuch der Saison.

Und so konnte vor dem Spiel fleissig darüber diskutiert werden, ob die zuletzt so oft Fragezeichen aufwerfenden Zürcher tatsächlich noch ihre Nerven strapazieren lassen würden bei den Emmentalern. Immerhin hatten sie ja schon drei Mal gegen diesen Gegner verloren gehabt, und auch der letzte Eindruck, das 0:2 gegen Lausanne am Samstag, sprach nicht dafür, dass es bloss ein Spaziergang im Emmental sein würde.

Raphael Prassl schoss dann das frühe 1:0, das die Zürcher Nerven hätte beruhigen sollen. Einen mindestes so grossen Anteil am Treffer wie Prassl hatte Garrett Roe als Vorbereiter. Seine Aktion hatte Symbolcharakter. Statt dem in dieser Szene eher üblichen Pass zurück an die blaue Linie spielte sich der ZSC-Center trotz Bedrängnis mit der bildlichen Brechstange vors Langnauer Tor und wurde so zum Assistgeber.

Plötzlich war Langnau im Aufwind

Ruhe brachte der Treffer aber nicht. Die Lions waren drückend überlegen, 8:0 Torschüsse nach fünf Minuten, doch dann kam der erste Langnauer Schuss, er war drin und wurde trotz grossem Verdacht auf Offside und Video-Replay gegeben. Das reichte, um die Lions kurz aus dem Tritt zu bringen.

Langnau war im Spiel, kam durch Pascal Berger zur Grosschance zum 2:1. Doch weil der SCL-Captain, der beim letzten Karriere-Spiel seines Teamkollegen Federico Lardi dem Verteidiger das C auf der Brust überliess, nur den Pfosten traf, musste eine weitere Frage gar nicht erst gestellt werden: Wie sehr würden bei den Zürchern die Nerven flattern, wenn sie gar in Rückstand geraten würden?

Als Maxim Noreau, der gegen Lausanne noch fehlte, kurz vor dem Ende des Startdrittels die Lions erneut in Führung schoss, war das mehr wert als bloss ein Tor. Dieses 2:1 brachte Ruhe und Souveränität zurück ins ZSC-Spiel. Nach einem Mitteldrittel, dessen praktisch gesamten 20 Minuten sich vor dem Langnauer Tor abspielten, war alles klar: Die Lions führten 4:1, alles war entschieden. Die nackten Zahlen ganz am Ende führten am Ende nicht in die Irre: 5:2 Tore und 52:24 Schüsse aus Zürcher Sicht – es gab nichts mehr zu diskutieren.

Ein häufiges Bild an diesem Montag: Vor dem Tigers-Tor geht es drunter und drüber, die ZSC Lions (Justin Sigrist, links, und Teemu Rautiaineen) drängen auf einen Treffer, die Langnauer Alain Bircher, Rihards Melnalksins, Yannick Blaser und Goalie Damian Stettler (von links) versuchen zu retten, was zu retten ist.
Ein häufiges Bild an diesem Montag: Vor dem Tigers-Tor geht es drunter und drüber, die ZSC Lions (Justin Sigrist, links, und Teemu Rautiaineen) drängen auf einen Treffer, die Langnauer Alain Bircher, Rihards Melnalksins, Yannick Blaser und Goalie Damian Stettler (von links) versuchen zu retten, was zu retten ist.
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Trotz des Sieges blieben die ZSC Lions auf Platz 5, machten keinen Rang mehr gut. Dies beschert ihnen Lausanne als Gegner, weil die Waadtländer in einer turbulenten Schlussphase in Rapperswil-Jona mit sieben Toren in den letzten zehn Minuten 5:7 verloren und auf Rang 4 abrutschten. Die zweite, bereits feststehende Viertelfinal-Paarung, lautet Fribourg (3.) gegen Genf-Servette. In den beiden Best-of-3-Serien des Pre-Playoffs trifft Biel (7.) auf die Lakers (10.), der HC Davos (8.) und Bern (9.) machen ebenfalls einen Teilnehmer im «richtigen» Playoff unter sich aus.