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BAG hat Liste veröffentlichtAus diesen Ländern müssen Rückreisende in Quarantäne

Wer zum Beispiel aus den USA in die Schweiz einreist, muss ab Montag zu Hause bleiben. Weitere 28 Staaten stehen auf der Risikoländer-Liste.

Reisende, die aus Risikogebieten in die Schweiz kommen, werden noch im Flugzeug darüber informiert, dass sie sich in Quarantäne begeben müssen: Zwei Swiss-Airbus beim Flughafen Zürich Kloten.
Reisende, die aus Risikogebieten in die Schweiz kommen, werden noch im Flugzeug darüber informiert, dass sie sich in Quarantäne begeben müssen: Zwei Swiss-Airbus beim Flughafen Zürich Kloten.
Foto: Steffen Schmidt/Keystone

Seit der Bundesrat Anfang Juni die Einreisebeschränkungen gelockert hat, haben Reisende wiederholt das Virus in die Schweiz eingeschleppt. So sind zum Beispiel sechs Männer aus Chur nach einem Party-Wochenende in Serbien infiziert zurückgekehrt.

Dutzende von Personen wurden daraufhin in Quarantäne gesetzt. Nun reagiert der Bundesrat: Alle Personen, die aus Risikogebieten einreisen, müssen sich ab dem 6. Juli in Quarantäne begeben. Womit Urlauber, die dennoch verreisen bezüglich Arbeitsrecht rechnen müssen, lesen Sie hier.

Der Bund setzt nun mehrere europäische Länder auf den Corona-Index, darunter Serbien und den Schengen-Staat Schweden. Wer aus einem Risikoland in die Schweiz einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne (siehe Info-Box mit der Liste der Nationen). Insgesamt stehen 29 Länder auf der am Donnerstag publizierten Liste. Dass Schweden zu den Risikoländern gehören könnte, hatte Gesundheitsminister Alain Berset schon am Vortag angekündigt.

Schweden gehört zum Schengen-Raum. Mit diesen Ländern besteht seit Mitte Juni wieder vollständige Reisefreiheit. Schweden hatte jedoch einen Sonderweg bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie gewählt und weitgehend auf Einschränkungen verzichtet. Nun sieht sich das Land mit hohen Fallzahlen konfrontiert.

Tourismus-Hotspots

Eine Quarantäne gilt auch bei der Einreise aus Serbien, Kosovo und Nordmazedonien, den USA, Russland, Brasilien, Argentinien und zahlreichen Golfstaaten. Auf der Liste der Risikoländer stehen ausserdem Tourismus-Hotspots wie Israel, Südafrika und die Kapverden.

Die Einreise muss nicht direkt erfolgen: In Quarantäne muss sich begeben, wer sich in den letzten 14 Tagen vor der Einreise in einem der betroffenen Länder aufgehalten hat.

Der Bundesrat hatte das neue Grenzregime am Mittwoch beschlossen. In der Verordnung präzisiert er nun auch die Kriterien für Risikoländer: Als solche gelten Länder, in welchen die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen mehr als 60 betrug.

Ausnahme im Transit

Auf den Index kommen auch Länder, in welchen Informationen für eine verlässliche Risikoeinschätzung fehlen oder aus welchen in den letzten Wochen wiederholt infizierte Personen in die Schweiz eingereist sind. Die Liste wird je nach Entwicklung nachgeführt.

Ausgenommen von der Quarantäne-Pflicht sind zum Beispiel Camionneure, Zugpersonal, Flugzeugcrews, Gesundheitspersonal oder Personen im Transit. Die betroffenen Personen müssen sich nach der Einreise bei den kantonalen Behörden melden und deren Anweisungen befolgen.

Der Bundesrat hatte am Mittwoch auch eine Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr beschlossen. Diese gilt nicht für Kinder unter zwölf Jahren. Ausnahmen sind auch möglich für Personen, die zum Beispiel aus medizinischen Gründen keine Gesichtsmasken tragen können. Bussen bei Missachtung der Maskentragpflicht sind in der Verordnung nicht vorgesehen.

SDA

147 Kommentare
    Marco S.

    Ich glaube dem BAG gar nichts mehr. Die Liste ist politisch beeinflusst und nicht nur epidemiologisch.

    Die ganze hiesige Coronapolitik ist ein Flickenteppich, es wird nur reagiert anstelle zu agieren. Weitsicht ist definitiv keine Stärke des BAG. Man hinkt mit den Massnahmen immer hinterher, proaktiv ist anders. Genau das brauchen wir aber in der Krise. Genauso wie Führungsstärke, die die Unsicherheiten in der Bevölkerung abbauen könnte, stattdessen wird die hiesige Bevölkerung durch Hauruckaktionen und unklare/falsche Kommunikation noch mehr verunsichert. Man fischt schlichtweg im Trüben...

    Wie schon in einem anderen Kommentar von mir geschrieben, wurden Infiziertenzahlen aus Schätzungen der grossen Testlabore definiert. Tests wurden in der exponentiellen Phase der Pandemie wegen Überlastung nicht einzeln gezählt, sondern zusammen auf die Papierwaage gelegt und das jeweilige Gewicht umgerechnet. Davon nahm man an, dass ca. 10% davon positiv sind und hat dies ans BAG gemeldet. Diese Zahlen wurden dann vom BAG ungeprüft veröffentlicht. Solche Methoden erinnern an Gesundheitssysteme der 3. Welt...und da soll ich dem BAG ernsthaft noch vertrauen?

    Zuerst Lockdown, dann Turboöffnung und Quarantänechaos. Wenn es Herbst und Winter wird, wird sich warm anziehen nicht genügen. Wenn ich mir die bisherige Coronapolitik anschaue, dann droht uns in 3-4 Monaten nichts Gutes. Einen 2. Lockdown können wir uns nicht mehr leisten, aber hat das BAG Alternativen?