Zum Hauptinhalt springen

Virtuelle DuelleDiese Laufwettkämpfe finden auch jetzt statt

Hobbyläufer können sich auch in diesen Wochen messen, in denen keine Volksläufe stattfinden. Dafür braucht es einzig ein Handy oder eine GPS-Uhr. Wir zeigen, welches Angebot zu welcher Läuferin passt.

Für wohltätige Wettkämpfer: #letsraceanyway

Caroline Steffen gibt auf der ersten Etappe die Jägerin, mit der sich die Teilnehmer messen.
Caroline Steffen gibt auf der ersten Etappe die Jägerin, mit der sich die Teilnehmer messen.
Foto: Keystone

Gilbert Fisch ist ein Tausendsassa: Der begeisterte Ausdauersportler weibelt seit Jahren für seine Stiftung Summits4Hope, mit der er bei Sportwettkämpfen Geld für seine Förderprojekte in Afrika sammelt. Nun ist diese Einnahmequelle komplett weggebrochen. Fisch hat deshalb #letsraceanyway erfunden – «lasst uns trotzdem wettstreiten». An dem kommenden sechs Donnerstagen trägt er virtuelle 5- oder 10-Kilometer-Läufe aus.

Die Herausforderung liegt dabei im Duell mit Profisportlern. Zugesagt haben aus dem Triathlon etwa Caroline Steffen, Ronnie Schildknecht und Ruedi Wild oder Leichtathlet Jonas Raess. Sie alle starten jeweils mit einem vordefinierten Zeithandicap. Wer dem Profi am längsten entgegenhält, hat gewonnen. Wobei sich jeder als Sieger fühlen darf: Die Teilnahme ist kostenlos, stattdessen bittet Fisch um eine Spende für seine Summits4Hope-Projekte.

Für Trailläufer: Tour d‘Uetli

Auf der Tour d’Uetli lernt man neue Wege am Zürcher Hausberg kennen – und kann sich zugleich mit anderen messen.
Auf der Tour d’Uetli lernt man neue Wege am Zürcher Hausberg kennen – und kann sich zugleich mit anderen messen.
Foto: zvg

Am Anfang stand eine spontane, im Homeoffice geborene Idee. Dann begeisterte Tobias Walser zwei Trailläufer-Freunde dafür. Nach wenigen Wochen war die Tour d’Uetli geboren (wir berichteten hier darüber): Ein Trailwettkampf über fünf Etappen, bei der die Teilnehmer die jeweiligen Strecken selber suchen müssen (sie ist nicht ausgeschildert) und beliebig oft versuchen können, ihre Bestzeit zu verbessern. Das Format kommt an, davon zeugen die über 250 Teilnehmenden, die die erste Etappe bereits absolviert haben. Eine Anmeldung ist immer noch möglich: Das erste Teilstück wird noch bis Sonntag gewertet.

Für Fans des echten Duells: viRACE

Bietet wöchentlich mehrere Rennen an: viRACE
Bietet wöchentlich mehrere Rennen an: viRACE
Foto: Screenshot

Die technisch ausgefeilteste Lösung eines virtuellen Rennens liefert viRACE, kurz für virtuelles Rennen. Die entsprechende App, hinter der die Betreiber von Running Coach stehen, kann auf Apple- wie Android-Smartphones geladen werden, dann geht es los: Die Läuferin wählt einen Wettkampf, der ihr entspricht und macht sich zum Zeitpunkt des Rennens an ihrer persönlichen Startlinie bereit. Dort läuft sie die angegebene Renndistanz.

Der Clou daran: Unterwegs teilt ihr die viRACE-App über die Kopfhörer laufend mit, wie sie im Rennen klassiert ist: Innerhalb der gesamten Konkurrenz. Aber auch im Vergleich mit Personen, die sie vorgängig ausgewählt hat. So lässt sich also sogar ein Liveduell unter Lauffreunden durchführen, voll und ganz Corona-konform (unser Testläufer war begeistert, wie Sie hier lesen). Am GP Bern liefen über die verschiedenen Distanzen fast 1500 mit, in der Spitzengruppe duellierten sich Langläufer Dario Cologna und Ex-Marathonläufer Viktor Röthlin. Für Zürcher Läufer interessant: Alle Läufe des Zürilaufcups sind auf viRACE vertreten.

Für Liebhaber des Rundumpakets: Züri läuft

Jeden Sonntag heisst es: Züri läuft. Wer mitmacht, erhält ein Starterpaket wie an einem echten Lauf.
Jeden Sonntag heisst es: Züri läuft. Wer mitmacht, erhält ein Starterpaket wie an einem echten Lauf.
Foto: Screenshot

Ob der Zürich Marathon in diesem Jahr zu einem späteren Zeitpunkt noch stattfinden wird, ist weiterhin offen. In der Zwischenzeit haben die Marathon-Organisatoren «Züri läuft» lanciert: Bis Ende August findet jeden Sonntag eine Ausgabe statt. Das Startgeld für die Läufe über wahlweise 5, 10, 21,1 oder 30 Kilometer beträgt 19 Franken, für vier Rennen sind es 69 Franken. Jede Teilnehmerin zeichnet ihren Lauf selber auf, mit Smartphone oder GPS-Uhr, und lädt die Daten danach auf der Website von Züri läuft hoch. Als Gegenleistung fürs Startgeld erhalten die Teilnehmenden wie an jedem echten Wettkampf einen Starterbeutel, ebenso eine Startnummer und ein Finisherzertifikat. Nette Geste: 5 Franken vom Startgeld werden der Spitex gespendet.

Für die Gemeinsinnigen: One Million Run

48 Stunden, eine Million Kilometer: So lautet das Ziel des One Million Runs, der Ende Mai stattfindet.
48 Stunden, eine Million Kilometer: So lautet das Ziel des One Million Runs, der Ende Mai stattfindet.
Foto: Screenshot

Es ist die Challenge, die vom Sofa- bis zum Spitzensportler wirklich alle anspricht: Am Wochenende des 30./31. Mai soll die Schweizer Bevölkerung laufend, walkend, wandernd oder spazierend 1 Million Kilometer zurücklegen. So will es die Initiative One Million Run, lanciert von Weltklasse Zürich. Die gelaufenen Kilometer kommen dem Sportnachwuchs zu Gute: Sponsoren aus dem Umfeld der Sporthilfe geloben, einen Betrag pro gelaufenen Kilometer an die Förderorganisation des Schweizer Sportnachwuchses zu spenden.

Für die Hobbysportler, die die Kilometer sammeln, ist die Teilnahme dagegen kostenlos. Die Idee des One Million Runs kommt offensichtlich an. Nach zwei Wochen verzeichnet er bereits 15’000 Anmeldungen.