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Interview mit Jonas Lüscher«Diese Leute sind eine Katastrophe»

Schriftsteller Jonas Lüscher erkrankte schwer an Corona, lag sieben Wochen im Koma. Im Interview erzählt der 43-Jährige von seiner Wut auf Beschöniger und Verschwörer – und sagt, was gute Literatur zum Verständnis der Krise beitragen kann.

Redet als schwer Betroffener über Corona: Schriftsteller Lüscher, fotografiert am 31. Juli 2020.
Redet als schwer Betroffener über Corona: Schriftsteller Lüscher, fotografiert am 31. Juli 2020.
Alessandra Schellnegger

Herr Lüscher, Sie hatten Corona. Wie verlief die Krankheit bei Ihnen?

Ich hatte einen schweren Verlauf. Am 15. März sprang ich kurzfristig bei den Münchner Kommunalwahlen ein, half an der Urne und beim Auszählen. Da habe ich mich wohl infiziert. Erst hatte ich die bekannten Symptome, Husten, hohes Fieber. Nach einem positiven Test wurde ich ins Krankenhaus überwiesen. Dort diagnostizierten die Ärzte eine Lungenentzündung, und mein Zustand verschlechterte sich schnell. Man versetzte mich ins Koma und begann mit der Beatmung. Ich war sieben Wochen im Koma, insgesamt neun Wochen auf der Intensivstation und drei Wochen in der Reha. Die Lungenfunktion ist immer noch etwas eingeschränkt und ich kämpfe mit den üblichen Nebenerscheinungen eines langen Komas, aber ich habe, und das ist ein grosses Glück, keine kognitiven Schäden davongetragen.

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